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Düsseldorf
Startet die Tour mit Kraftwerk-Konzert?

Bilder vom Kraftwerk-Auftritt in Düsseldorf
Bilder vom Kraftwerk-Auftritt in Düsseldorf FOTO: dpa, Oliver Berg
Düsseldorf. Die Elektronik-Musiker sind eng mit der Stadt verbunden - und haben ein großes Faible für den Radsport. Von Christian Herrendorf und Denisa Richters

Eigentlich ist die Kombination perfekt, dennoch ist der Weg dorthin lang wie eine Königsetappe der Tour de France. Die Musiker von Kraftwerk stammen aus Düsseldorf, sie haben schon eine Single und ein Album zu Jubiläen des größten Radrennens der Welt veröffentlicht, und nun kommt die Tour 2017 für zwei Etappen nach Düsseldorf. Dass alle Beteiligten - Stadt, Band, Tour-Direktion - ein gemeinsames Ereignis auf die Beine stellen wollen, hat der Veranstalter "Concertteam NRW" gestern bestätigt. Sollten die Gespräche erfolgreich verlaufen, zeichnet sich auch schon ein passender Rahmen für das Konzert ab.

Nach Informationen unserer Redaktion gilt der Abend der ersten Etappe, der 1. Juli 2017, als favorisierter Termin, Standort der Bühne soll der Ehrenhof sein. Beides verspricht ein Spektakel. Der 1. Juli ist ein Samstag, für den ein Einzelzeitfahren quer durch die Landeshauptstadt angesetzt ist. An keinem anderen Tag des Tour-Auftakts werden so viele Menschen in der Stadt sein. Der Ehrenhof wiederum bietet mindestens theoretisch die Möglichkeit, dass auch viele das Konzert erleben können, die kein Ticker für einen Platz vor der Bühne ergattern. Von der benachbarten Oberkasseler Brücke ließe sich das Konzert voraussichtlich genauso hören wie aus dem Hofgarten.

Das bisher letzte Kraftwerk-Gastspiel in Düsseldorf zeigte, welche weiteren Möglichkeiten für die Fans bestehen könnten. Damals spielte die Gruppe in der Kunstsammlung jeweils eines ihrer Alben an einem Abend - und bot dem Publikum spektakuläre 3-D-Animationen, in denen die Songs visuell umgesetzt wurden. Diese Filme ließen sich auch an andere Orte übertragen, so dass es nicht nur mehr Hörer, sondern auch mehr Zuschauer gibt.

Oberbürgermeister Thomas Geisel sagte, er habe immer die Hoffnung gehabt, dass ein Kraftwerk-Konzert zur Tour klappt. "Es wäre grandios, wenn es gelingt, und würde unterstreichen, dass die Tour nicht nur ein Sportereignis ist." Das Konzert wäre der Höhepunkt des Programms rund um die Etappen am 1. und 2. Juli. Angedacht sind zum Beispiel eine Radnacht und eine Singpause.

Wie groß die Radsport-Begeisterung der Musiker ist, berichtet eine Freundin der Band, Eva-Maria Gößling. Touren von bis zu 100 Kilometern gehörten für Kraftwerk zur Freizeit am Wochenende. Wobei sich vor allem bei Ralf Hütter und Florian Schneider daraus eine richtige Obsession entwickelt habe, Karl Bartos und Wolfgang Flür seien eher Mitradler gewesen. "Florian und Ralf redeten nur noch von Komponenten, Schaltungen und Reifen, waren richtig süchtig nach dem Rad", erinnert sich Gößling.

Zum Radtraining seien sie nach Mallorca, Sardinien und in die Provence zum Mont Ventoux (Teilstrecke der Tour de France) gefahren. Auch bei Radrennen seien sie dabei gewesen, so zum Beispiel beim Paris-Roubaix, das "Die Hölle des Nordens" genannt wird. "Der heilige Gral der Fahrräder" sei der Keller im Haus des Architekten Paul Schneider-Esleben, dem Vater von Florian Schneider, in Golzheim gewesen. Auch stilistisch musste alles stimmen: "Ihre Fahrradmode war schwarz, Florian trug auch alte Strick-Trikots wie bei der Tour de France in den 1950er Jahren", sagt Gößling.

Quelle: RP
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