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Düsseldorf-Rath
Startschuss für erstes Jüdisches Gymnasium in NRW

Jüdisches Gymnasium in Düsseldorf eröffnet
Jüdisches Gymnasium in Düsseldorf eröffnet FOTO: Uwe-Jens Ruhnau
Düsseldorf. Ein "großer Tag" für die Jüdische Gemeinde ist der Schulbeginn am Mittwoch, wie ihr Vorsitzender Oded Horowitz sagt: In Düsseldorf-Rath wurde das erste Jüdische Gymnasium in NRW eingeweiht. 

Auch Schulmisterin Sylvia Löhrmann ist zum ersten Schultag ins Albert-Einstein-Gymnasium gekommen und schreibt in ihrem Eintrag ins Gästebuch: "Mit allen guten Wünschen zur Gestaltung dieser Schule der Zukunft." Nach der Einweihungsfeier am Mittwoch geht am Tag darauf das Schulleben im neuen Albert-Einstein-Gymnasium los. 

Löhrmann (Grüne) erklärte bei dem Festakt, die neue Schule sei von "historischer Bedeutung" für NRW. "Das Albert-Einstein-Gymnasium ist eine Bereicherung für unsere Schullandschaft und Beleg für ein tolerantes und weltoffenes Land", so die stellvertretende Ministerpräsidentin. "Jüdisches Leben findet heute in der Mitte unserer Gesellschaft statt."

Das Gymnasium in privater Trägerschaft der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf startet zunächst mit zwei Klassen und soll auf Dauer vierzügig mit dann rund 700 Schülern werden. Unter den jetzt eingeschulten 37 Kindern sind laut Gemeinde 35 Juden und 2 Christen. "Diese Schule ist offen für Schülerinnen und Schüler anderer Glaubensrichtungen", sagte Löhrmann. "Damit ist sie sowohl Ort des Lernens als auch Stätte der Begegnung und des Miteinanders."

Die meisten Kinder hatten zuvor die seit 23 Jahren bestehende Yitzak-Rabin-Grundschule besucht, die auch von der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf getragen wird. Mit rund 7000 Mitgliedern ist sie nach eigenen Angaben die drittgrößte jüdische Gemeinde Deutschlands nach Berlin und München.

Das neue Gymnasium arbeitet als private Ersatzschule mit den gleichen Lehrplänen und Abschlüssen wie öffentliche Schulen. Zusätzlich werden jüdischer Religionsunterricht, Hebräisch als freiwillige Fremdsprache sowie heimatsprachlicher Unterricht in Russisch angeboten. 87 Prozent der Gemeindemitglieder haben russische Wurzeln. Einen Schwerpunkt sollen auch die MINT-Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik bilden. Der Unterricht startet am Donnerstag zunächst in Übergangsräumen in der Theodorstraße in Rath und soll etwa bis 2020 in eine umgebaute Schule umziehen. Die Mensa wird mit koscherem Essen aus der Küche der Jüdischen Gemeinde beliefert.

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, sprach zuvor von einer "Erfolgsgeschichte, dass unsere Gemeinden so gewachsen sind, dass die Einrichtung jüdischer Schulen möglich wurde und wird". Die Schulen leisteten einen wichtigen Beitrag zur Bildung einer jüdischen Identität und seien zudem ein geschützter Raum. "Das ist neben vielen anderen einer der Gründe, warum jüdische Eltern ihre Kinder gerne auf eine jüdische Schule schicken", sagte Schuster.

Sehen Sie hier Fotos von der Eröffnungsfeier. 

 

(irz/kna)
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