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Düsseldorfer Brauereien
Steigende Energiekosten machen Altbier teurer

Düsseldorfer Brauereien: Steigende Energiekosten machen Altbier teurer
Die Altbierpreise steigen. Umgerechnet auf das Standardglas 0,25-Liter kostet ein Bier einer Hausbrauerei fast überall mehr als zwei Euro. FOTO: Andreas Bretz
Düsseldorf. Viele Düsseldorfer Hausbrauereien haben jetzt oder vor wenigen Monaten die Preise erhöht. Grund sind gestiegene Energiekosten und ein Mangel an Hopfen durch eine Missernte im vergangenen Jahr. Von Thorsten Breitkopf

Gegen den allgemeinen Trend steigen in Düsseldorf aktuell die Altbierpreise. Zwar meldete das Statistikportal der Bundesrepublik, dass die Inflation im Mai recht deutlich von knapp zwei auf unter 1,5 Prozent gefallen ist. Aber die Bierpreise unterliegen anderen Kriterien, glaubt man den Düsseldorfer Brauereien.

In der Brauerei Schumacher wurden die Preise zum 1. Juni um zehn Cent auf jetzt 2,10 Euro je Glas erhöht, wie Thea Schnitzler-Ungermann von der Hausbrauerei auf Anfrage bestätigte. Hans-Peter Schwemin hatte im Jahr 2010 seit Jahrzehnten die erste neue Hausbrauerei für Altbier in Düsseldorf gegründet. Startpreis war 1,70 Euro je Glas in der für Altbierbrauereien unüblichen kleineren Größe 0,2 Liter. Nach sieben Jahren musste er im März erstmals seinen Bierpreis erhöhen - um 20 Cent auf nun 1,90 Euro. Die Hausbrauerei Uerige hatte in den vergangenen Jahren den Preis fürs Glas schrittweise erhöht, erst auf 1,80, dann auf 1,90 und zuletzt 2016 auf 2,05 Euro. Zum gleichen Zeitpunkt erhöhte der Schlüssel auf zwei Euro. Die Traditionsbrauerei Füchschen zog mit und nimmt heute zwei Euro fürs Glas. Fairerweise muss man sagen, dass Kürzer damit zurzeit das teuerste Altbier einer Hausbrauerei ist. Absolut kostet das Glas zwar nur 1,90 Euro, de facto ist in dem 0,2er Glas aber ein Fünftel weniger drin als in den sonst üblichen 0,25-Liter-Gläsern, umgerechnet läge der Kürzer-Preis also bei kaufmännisch gerundeten 2,38 für 0,25 Liter Bier.

Bei den Begründungen für die Preiserhöhung in der letzten Zeit herrscht bei den Hausbrauereien seltene Einigkeit. "Ein großer Preistreiber sind die gestiegenen Energiepreise durch die EEG-Umlage", sagt Michael Schnitzler, Baas der Brauerei Uerige. Auch die anderen Brauereien bestätigen die gestiegenen Kosten durch die Umlage.

Die EEG-Umlage funktioniert so, dass den Betreibern von Solar- oder Windkraftanlagen ein fixer Preis für den Strom, den sie einspeisen ins Netz, vergütet wird, denn deren Kosten liegen über dem Börsenpreis. Da die Zahl der Anlagen zur Gewinnung von erneuerbaren Energien stetig steigt, wird auch die Umlage, die jeder Verbraucher bezahlt, immer höher. Und das Brauen von Bier gilt als recht energieintensiv. Experten gehen davon aus, dass allein die Umlage für jede Hausbrauerei pro Jahr Mehraufwendungen im hohen fünfstelligen Euro-Bereich verursacht.

Ein weiterer großer Preistreiber sind laut Hans-Peter Schwemin die Hopfenpreise. Denn 2016 war ein schlechtes Jahr, was die Hopfenernte angeht. "Außerdem wird der Markt zunehmend leer gefegt durch die Brauer von so genanntem Craftbeer, die viel des raren Hopfens am Markt aufkaufen. Entsprechend der geringen Erntemenge steigt der Preis. Für Schwemin hätten sich gegenüber 2016 die Kosten für den Hopfeneinkauf sogar verdoppelt.

Der Trend steigender Bierpreise ist aber kein Düsseldorfer Phänomen. Die großen Kölner Kölsch-Brauhäuser haben in der vergangenen Zeit sogar Preiserhöhungen von 30 bis 40 Prozent am Markt durchgesetzt. Und zur Überraschung der ganzen Branche kündigte Krombacher kürzlich sogar eine Erhöhung der Flaschenbierpreise an. Das galt unter Branchenkennern bis vor wenigen Monaten eigentlich als im Markt nicht durchsetzbar.

Quelle: RP
 
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