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Schließung Ende März
Erster Andrang beim Ausverkauf des Stern-Verlags

Reaktionen auf Schließung des Stern-Verlags
Reaktionen auf Schließung des Stern-Verlags
Düsseldorf. Einige Leute flanieren am Mittwoch mit dunkelgrünen Plastiktüten über die Friedrichstraße. Ein erstes Indiz dafür, dass der Ausverkauf des Stern-Verlags begonnen hat.  Von Ina Schwerdtfeger

In der Buchhandlung an der Friedrichstraße herrscht reger Betrieb. An den Regalen stöbern etliche Kunden, werfen einen Blick in dieses Buch, dann in jenes. An den Kassen der Buchhandlung sind die Wartezeiten etwas länger als sonst. Einige haben sich gleich mehrere Bücher unter den Arm geklemmt. "Brauchst du noch was? Ich hab alles", ruft eine Dame ihrem Mann zu.

Am Mittwoch hat der Ausverkauf beim Stern-Verlag an der Friedrichstraße begonnen. Bis Ende des Monats muss alles raus, auf alle Waren gibt es 30 Prozent. Nach 116 Jahren wird das Haus nun bald seine Türen schließen. Das Buchhaus sei mit seinen mehr als 5000 Quadratmetern Verkaufsfläche "heute nicht mehr wirtschaftlich zu betreiben", erklärte der Inhaber. 

Bis Ende des Monats dauert der Ausverkauf im Sternverlag an. FOTO: Schwerdtfeger

"Schon traurig, dass es soweit gekommen ist", sagt Jutta Hempel. "Ich bin immer so gerne hier gewesen und habe hier Geburtstagsgeschenke für meine Familie besorgt." Die 76-Jährige hat noch schnell mehrere Kinder- und Jugendbücher gekauft. "Ich will damit meinen beiden Enkeln eine Freude machen." 

Ein Rückblick auf 116 Jahre Stern-Verlag FOTO: Stern-Verlag

Die Medizinstudenten Matthias Suttner und Adrian Kaminski suchen nach Fachliteratur. "Wir hoffen, dass wir noch das ein oder andere Schnäppchen fürs Studium machen können. Für das nächste Semester brauchen wir noch ein bisschen Literatur", sagt Kaminski. "So lange noch Bücher da sind, wollen wir das nutzen. Einige Bücherreihen in den Regalen des Stern-Verlags haben sich allerdings schon gelichtet, nachbestellt wird nicht mehr - und wenn dann nur noch auf speziellen Wunsch und Vorkasse. 

"Ich wollte nur mal schauen, ob es sich lohnt, hier vorbeizuschauen", erzählt Jennifer Röttger, die in der Nähe des Stern-Verlags arbeitet. Am Wochenende will die 44-Jährige mit ihren Kindern wiederkommen. "Die sind echte Leseratten, aber jetzt in meiner Pause habe ich nicht genug Zeit."

 

 

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