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Düsseldorf
Steuerzahlerbund kritisiert Aquazoo und marodes Haus

Düsseldorf. Wenn der Bund der Steuerzahler regelmäßig in seinem "Schwarzbuch" Beispiele für Verschwendung öffentlicher Gelder auflistet, ist Düsseldorf Stammgast. Die deutlich gestiegenen Kosten beim Bau der Wehrhahn-Linie waren dabei, ebenso der gläserne Info-Pavillon für den Kö-Bogen (der wegen immenser Umzugskosten schließlich verschrottet werden musste), der "Lüpertz-Pavillon", der 2006 zur Quadriennale einen einmaligen Auftritt hatte, sowie ein Neubau der Uni-Klinik. Auch diesmal schafft es die NRW-Landeshauptstadt mit drei Fällen in das Werk: Von Denisa Richters

Aquazoo Der Umbau der beliebten Einrichtung mit Pinguinen und Krokodilen zieht sich nicht nur viel länger hin als geplant - eigentlich sollte die Wiedereröffnung im Herbst 2015 sein -, sondern wird auch erheblich teurer: Statt 13 Millionen Euro werden es fast 19 Millionen Euro, weitere Steigerung nicht ausgeschlossen. Die Stadt begründet das mit Fehlern der beauftragten Firmen und will in Regress gehen.

Marodes Haus Die Stadt hat nach Überzeugung des Steuerzahlerbundes gut 16 Jahre lang an der Theodorstraße 366 ein Haus mit acht Wohnungen so verwahrlosen lassen, dass es schließlich abgerissen werden musste, nun wird an selber Stelle für 1,2 Millionen Euro neu gebaut. "Warum wurde das Haus nicht saniert?", fragen die Hüter der Steuergelder. Das Gebäude habe seit 2001 leergestanden, sei aber nicht saniert worden. 2012 sei es eingerüstet und gesichert worden, weil Fassadenteile abfielen. Seitdem entstanden Kosten von 51.500 Euro, die für laufenden Unterhalt nicht eingerechnet. Die städtische Wohnungsgesellschaft (SWD) habe das "Gammelhaus" wieder vom Amt für Gebäudemanagement übernommen, wolle es durch einen Bau mit fünf Wohneinheiten ersetzen.

Falsche U-Bahnschilder Auch die Wehrhahn-Linie ist wieder im "Schwarzbuch". Diesmal geht es um die Halteschilder, die zum Start der U-Bahnlinie installiert worden waren. Sie waren aber so schwer lesbar, dass rund 400 Schilder neu beklebt werden mussten. Die Kosten umfassten laut Rheinbahn zwar nur einen kleinen vierstelligen Betrag, der Bund der Steuerzahler findet aber, dass die Rheinbahn vorher eine Kundenbefragung hätte machen müssen.

Quelle: RP
 
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