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Düsseldorf
Stiftung baut erstes deutsches Pflegemuseum

Düsseldorf. Schwestern-Kittel aus dem 19. Jahrhundert, Fotos von alten Rollstühlen und hochmoderne Roboter, die den Pfleger ersetzen – auf dem Gelände der Kaiserswerther Diakonie entsteht zurzeit das erste Pflegemuseum Deutschlands. Im Januar 2011 soll es eröffnet werden und dann unter dem Namen "Museum zur Kultur des Helfens" einen Überblick über 200 Jahre Geschichte sowie die Zukunft von Pflege und Fürsorge geben. Von Felix Ohmes

Zeigen, wie sich Pflege verändert

Doch bis dahin ist es noch ein langer Weg; Seit Januar baut die Fliedner Kulturstiftung, Träger des Museums, das ehemalige Schwesternkrankenhaus Tabea für eine Million Euro zu einem Kultur- und Begegnungszentrum um. Dieses soll dann auch Heimat des "Museums zur Kultur des Helfens" werden. An den zusätzlichen Kosten für das Museum von rund 400.000 Euro beteiligen sich die Robert-Bosch-Stiftung mit 200.000 Euro sowie die Nordrhein-Westfalen-Stiftung mit 80.000 Euro. Die Ausstellungsstücke stammen teils aus dem Bestand der Kaiserswerther Diakonie, teils von befreundeten Diakonien.

Auf 420 Quadratmetern soll das Museum einen Einblick in die Pflegegeschichte sowie die jeweiligen sozialen und politischen Rahmenbedingungen seit den 1830er Jahren geben. Dabei werde man vor allem die emotionalen Aspekte von Pflege und Fürsorge in den Vordergrund stellen, sagt Norbert Friedrich, Vorstand der Fliedner-Kulturstiftung. Denn gerade heutzutage betrachte man das Thema "Pflege" meist nur technisch. "Wir wollen einfach darstellen, wie sich Pflege im Laufe der Zeit verändert hat", meint Friedrich.

Doch neben dem Blick in die Vergangenheit soll das Museum auch zur Diskussion über die Zukunft von Hilfe und Pflege anregen. "Die Besucher sollen auch mit der Frage konfrontiert werden, wie es mit der Pflege weitergehen kann", meint Friedrich.

Die Fliedner Kulturstiftung wurde im Jahr 2002 gemeinsam von der Kaiserswerther Diakonie und dem Kaiserswerther Verband gegründet. "Unser Ziel ist es, das Erbe der Kaiserswerther Diakonie zu bewahren und den christlichen Pflege-Ethos auch in Zukunft lebendig zu erhalten", meint Norbert Friedrich. Und mit dem Bau des Museums setze man genau dies in die Tat um.

Quelle: RP
 
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