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Düsseldorf
Stiftung finanziert Brillen für Bedürftige

Düsseldorf: Stiftung finanziert Brillen für Bedürftige
Oliver Ongaro (Stay; v.l.), Irmgart Werder (Flingern Mobil) , Sabine Tüllmann (Bürgerstiftung) und Michael Oda Hauck (Optikerinnung) zeigen die Brillen für arme Menschen. FOTO: Andreas Bretz
Düsseldorf. Vielen Menschen fehlt das Geld, um sich eine Sehhilfe zu leisten. Die Bürgerstiftung hilft mit einem neuen Projekt. Von Regina Goldlücke

Mit der Aktion "Gutes Sehen darf kein Luxus sein" setzt sich die Bürgerstiftung dafür ein, dass Bedürftige kostenlos mit einer Brille versorgt werden. "Normale Brillen werden seit 2004 nicht mehr von den Kassen finanziert", sagt Sabine Tüllmann vom Vorstand der Bürgerstiftung. "Unterstützung gibt es nur noch bei schweren Sehfehlern. Das ist den meisten gar nicht bewusst." Es herrsche Not, auch unter den mehr als 7300 verzeichneten Flüchtlingen in der Stadt. "Altersarmut ist aber ein noch viel größeres Thema", weiß sie. "Menschen, die schlecht sehen können, haben kaum die Möglichkeit, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Deshalb sind wir froh, in Michael Oda Hauck einen so engagierten Partner gefunden zu haben."

Der stellvertretende Obermeister der Augenoptikerinnung Düssel-Rhein-Ruhr macht sich mit bisher fünf Kollegen dafür stark, bei nachgewiesenem Bedarf eine Brille im Wert von maximal 70 Euro anzufertigen - das ist der Selbstkostenpreis. "Ein paar Optiker mehr dürften es gern noch werden", sagt Sabine Tüllmann, "wer sich bei uns meldet, kommt auf die Liste." Aus dem Spendentopf von "Düsseldorf setzt ein Zeichen" stellt die Bürgerstiftung zunächst 7000 Euro bereit. Hinzu kommen weitere 5000 Euro von der Hans Elsbeth Käte Breucker Stiftung. Mit 12.000 Euro könne schon viel geleistet werden, heißt es. Michael Oda Hauck erklärt die Regularien: "Uns geht es grundsätzlich nur um die Versorgung mit einer ordentlichen und ausreichenden Brille. Die Schwelle setzen wir bei etwa 70 Prozent Sehleistung an, damit kann man Auto fahren." Die jeweilige finanzielle Bedürftigkeit wird von den Wohlfahrtsverbänden in den Zentren plus, den Lebensmittelausgabestellen der Düsseldorfer Tafel, von Fifty-Fifty und dem Welcome Center am Hauptbahnhof überprüft und bescheinigt. Mit diesem Attest vereinbart man bei einem der angeschlossenen Optiker einen Termin. Reichen die eigenen Sprachkenntnisse nicht aus, sollte eine Deutsch sprechende Begleitung mitkommen. Der Optiker misst die Augen und stellt die Brillenglasstärke fest. "Das System schließt aus, dass sich jemand doppelt versorgt", versichert Hauck. "Es gibt auch keine Gutscheine oder die Möglichkeit der Zuzahlung für eine teurere Brille." Falls sich ergibt, dass die Augen stark geschädigt sind, wird ein Besuch beim Augenarzt empfohlen.

Oliver Ongaro vom Vorstand Stay Düsseldorf und Fifty-Fifty: "Wir haben in Härtefällen schon öfter Brillen finanziert, etwa für Flüchtlingsfamilien ohne Anspruch auf Sozialleistungen. Die Aktion ist ein guter Ansatz. Ich würde mir so etwas auch für andere Bereiche wünschen."

Quelle: RP
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