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Düsseldorf
Strafe für sexuellen Übergriff

Düsseldorf. Der Versuch, eine Frau im Herbst 2013 zum Sex zu zwingen, hat einem 35-Jährigen gestern beim Amtsgericht ein Jahr Bewährungsstrafe eingebracht. Der Mitarbeiter vom Bodenpersonal eines Fluglinien-Caterers soll laut Anklage gegenüber einer 26-jährigen Mitarbeiterin eines Reinigungsteams sexuell übergriffig geworden sein. Das brachte ihm gestern beim Amtsgericht ein Jahr Bewährungsstrafe ein.

Laut Anklage wurde er bei zwei Nachtschichten gegenüber einer Mitarbeiterin (26) eines Reinigungsteams zudringlich. Die Richter folgten im Urteil der Schilderung des Opfers. Während die 26-Jährige im Jet die Küche reinigte, habe sich der Angeklagte ihr erstmals sexuell genähert, habe seine Sexualphantasie formuliert, dabei nach Alkohol gerochen, sei aber nicht aggressiv gewesen. Sie habe seine Annäherung zurückgewiesen. Doch bei der nächsten Nachtschicht habe sich der 35-Jährige erst per Handy bei ihr erkundigt, wo sie Dienst habe. Arglos habe sie das beantwortet. Prompt sei er an ihrem Arbeitsplatz aufgetaucht, habe sie auf einen Flugzeugsitz gedrängt, festgehalten, sich auf sie gelegt und mehrfach versucht, sie zu küssen. Vergeblich bemühte sich die Frau, ihre Tränen zurückzuhalten, als sie jedes Detail von damals erneut schildern musste. Erst nach Monaten hatte sie die Kraft zur Anzeige aufgebracht.

Die Richter zweifelten keins ihrer Worte an. Sie habe, hieß es im Urteil, die Tat "auch emotional überzeugend" geschildert. "Sich so etwas auszudenken, dazu sind nur sehr wenige Menschen in der Lage." Dass die Strafe für den Angeklagten nicht höher ausfiel, liege nur daran, dass er bisher nicht vorbestraft war "und den Ernst der Lage womöglich falsch eingeschätzt hat". Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

(wuk)
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