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Düsseldorf
Streit um Gold in Postsendung

Düsseldorf. Eine Schmuckfirma soll 20.000 Euro für ein Paket zurückzahlen.

Ein Prozess um ein Postpaket im angeblichen Wert von rund 20.000 Euro beschäftigt seit gestern das Landgericht. Auf Klage der Post soll der Absender, eine Schmuckfirma aus Zwickau, dieses Geld zurückzahlen. Denn dort ist man der Ansicht, das Paket habe nie Gold enthalten, die Firma habe bei der Paketversicherung mit einer falschen Angabe abkassieren wollen.

Unter Betrugsverdacht geriet nun der Ex-Geschäftsführer der Zwickau-Firma. Der 33-Jährige, dem in der Branche wenig schmeichelhafte Spitznamen verliehen wurden, soll 2016 wegen Betrügereien mit Schmuck sogar zu einer Haftstrafe verurteilt worden sein. Ein Urteil im hiesigen Prozess steht noch aus. Statt Golddraht für rund 20.000 Euro soll das Paket aus Zwickau bloß Batterien und Akkus enthalten haben. Das behauptet nun die Post in ihrer Rückforderungsklage gegen die Firma und deren Ex-Geschäftsführer. So habe ein Gutachten des Landeskriminalamts ergeben, dass die Postsendung keine Spuren von Gold enthalten habe. Die Zwickauer Firma konterte, der Golddraht sei ja "eng verpackt", sogar "eingeschweißt" gewesen. Die Paketversicherung hatte zunächst gezahlt, aber nun fordert die Post das Geld zurück.

Auffällig sei, dass der Ex-Geschäftsführer sowohl mit der Bestellerin des Pakets als auch mit der Abholerin "persönlich verquickt" gewesen sein soll. Und eine Betrugsanzeige, die anfangs "gegen unbekannt" lief, soll nun den Namen des Ex-Firmen-Chefs tragen. Zu einem Ergebnis kamen die Kriminalermittler noch nicht. Aber darauf will das Landgericht nicht warten, sondern selbst aufklären, Zeugen vernehmen.

Für den 33-Jährigen eine echte Zwickmühle: Erkennt er die Forderung an, wird der Betrugsverdacht gegen ihn kaum entkräftet. Das trifft aber auch zu, falls er zu Schadenersatz an die Post verurteilt wird. Ende März wird verkündet, wie und wann der Paketprozess weiter geht.

(wuk)
 
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