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Düsseldorf
Streitbarer Christdemokrat fordert in Buch "Eine Welt in Vielfalt"

Düsseldorf. Es ist nicht sein erstes Buch, doch diesmal hat Peter Hesse bewusst den Begriff "Streitschrift" in den Untertitel gesetzt. Denn streitbar ist der Düsseldorfer Christdemokrat und Unternehmer auf jeden Fall, hat vor zwei Jahren schon einen Brief an Bundeskanzlerin Merkel geschrieben, in dem er vor den Gefahren von TTIP, dem geplanten Freihandelsabkommen zwischen Europa und den USA, warnt. Von Denisa Richters

Hesse, Mitinhaber der internationalen Künstlerfarben-Firma Schmincke und Honorarkonsul von Island, wendet sich mit seinem neuen Buch (erschienen im Droste Verlag) an die politischen Entscheider, aber auch an politisch denkende Menschen. Unter dem Titel "Wir haben die Wahl: Eine Welt in Vielfalt - oder keine!" fordert er, die Probleme unserer Zeit nicht in zu kleinem Rahmen zu betrachten, sondern globale Lösungen anzustreben. Das gelte für die Bewältigung der Flüchtlingsströme ebenso wie für Terrorismus oder transatlantische Abkommen.

Die Welt, so Hesses These, ist aus der Balance geraten, zerfällt in Arm und Reich, in Menschen mit Chancen auf Bildung und ohne. Bildung spielt in Hesses Engagement eine große Rolle, auf Haiti hat er zum Beispiel Vorschulen nach dem Montessori-Prinzip gegründet. Nach Überzeugung des Autors sind globale Visionen anstelle ideologisch motivierter Einzelentscheidungen nötig, wobei die kleinste politische Einheit den Vorrang haben soll. Das Prinzip "Dennoch" steht dabei im Zentrum. Es besagt, dass es lohnt, für Veränderungen zu kämpfen, so aussichtslos dies auch scheinen mag.

Hesse findet kritische Worte: an der Dominanz der USA, die noch immer dem "materialistischen Dogma der Allmacht ungebremst freier Märkte" folgten; an den ideologischen und machtpolitischen Kriegen sowie wirtschaftlichen Notlagen, die Menschen in die Flucht treiben; an der barbarischen Bedrohung durch das Terrornetzwerk IS.

Aus seinen Erfahrungen als Managementtrainer und Politiker bietet Hesse Lösungen an: öko-soziale Marktwirtschaft statt Marktgläubigkeit, Mikro-Zuschüsse in der Entwicklungs-Zusammenarbeit, um die wirtschaftlichen Strukturen in den betroffenen Ländern zu stärken, und Finanzierung von Lehrerausbildungen. Hinzu kommen ökologisch nachhaltige Landwirtschaft, Transparenz und Beteiligung der Menschen an Entscheidungen. Und als Voraussetzung über allem: internationale Solidarität.

Quelle: RP
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