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Trittstufen fahren nicht wieder ein
Streugut bremst die Düsseldorfer S-Bahn-Linie 8

Trittstufen fahren nicht wieder ein: Streugut bremst die Düsseldorfer S-Bahn-Linie 8
Die neuen Züge der S8 haben Trittstufen, um den Spalt zum Bahnsteig zu überbrücken. Weil sie verkanten, schließen die Türen nicht mehr. FOTO: Andreas Bretz
Düsseldorf. Die neuen Züge auf der Linie S 8 sind denkbar schlecht gestartet. Die Fahrgäste berichten von zahlreichen Verspätungen, Ausfällen auf bestimmten Streckenabschnitten und bisweilen sogar komplett gestrichenen Bahnen. Als Hauptproblem nennen die Nutzer des Regionalverkehrs die Türen der Züge. "Die machen, was sie wollen", berichtet eine Frau, die die S 8 jeden Tag benutzt. Von C. Herrendorf und A. Lieb

Die Deutsche Bahn hat nach Angaben einer Sprecherin nun die Ursache gefunden. An einigen Stationen (zum Beispiel in Hagen oder Wuppertal) werde bereits wegen möglicher überfrierender Nässe gestreut. Die kleinen Steinchen würden von den Fahrgästen in die Züge getragen und blieben in den Trittstufen stecken. Die Trittstufen verhakten sich und führen nicht mehr ein, so dass die Türen nicht mehr schließen können.

Die Deutsche Bahn versucht, die Schwierigkeiten auf zweierlei Weise zu beseitigen: Kurzfristig werden die Trittstufen nur noch an den Stationen ausgefahren, an denen der Spalt zwischen Zug und Bahnsteig mehr als 25 Zentimeter beträgt. Dadurch wird die Zahl der Stationen, an denen Steinchen in die Trittstufen geraten, reduziert.

Mittelfristig muss der Hersteller, die deutsche Tochter des französischen Unternehmens Alstom, den Fehler beheben. Ob das Unternehmen die Züge nachrüsten kann oder Teile komplett tauschen muss, steht noch nicht fest. Tests in den kommenden Wochen sollen die tragfähige Lösung bringen.

Die 28 neuen Züge auf der S 8 waren am 14. Dezember in Betrieb gegangen. Die Bahn erhofft sich von der 140-Millionen-Investition eine Reihe von Fortschritten für die Fahrgäste (auf dieser Linie rund 70 000 pro Tag). Es sind die ersten S-Bahnen im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR), in denen es Toiletten gibt - behindertengerechte Sanitäranlagen, zu denen auch ein Wickeltisch gehört.

Außerdem verfügen die Fahrzeuge des Typs ET422 über eine hohe Beschleunigung und einen Antrieb auf allen Achsen, der störungsfreies Fahren auch bei schlechter Witterung ermöglichen soll. Dadurch sind die Züge laut VRR besser in der Lage, Verspätungen aufzuholen. Eine Qualität, von der sie aktuell mehr Gebrauch machen müssen, als es dem Unternehmen lieb ist.

Quelle: RP
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