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Diskussion nach Gas-Unfall
Strom für 17.000 Gas-Laternen

Gas-Unfall in der Altstadt
Gas-Unfall in der Altstadt FOTO: Johannes Bornewasser
Düsseldorf. Nach dem Gas-Unfall in der Altstadt, der zum Glück glimpflich abgelaufen ist, entbrennt die Diskussion um die Gas-Laternen in der Stadt neu. Müssen sie alle abmontiert werden? Die Bürger lieben die nostalgischen Leuchten. Die Stadt will die Energiekosten senken. Von Anke Kronemeyer

Die. Stadt will alle 17 000 Gas-Laternen in den nächsten Jahren auf Strom umstellen. "Das bedeutet aber nicht, dass die Laternen abmontiert werden, sondern nur, dass sich das Leuchtmittel ändert", sagt Andrea Blome. Die Leiterin des städtischen Verkehrsmanagements erklärt, dass bereits einige Laternen – zum Beispiel in Oberkassel – umgestellt worden sind. "Das hat offenbar niemand gemerkt." Das Licht sei durch den Strom nicht greller geworden. Der Vorteil durch Strom: "Wir könnten so langfristig enorme Energiekosten einsparen", sagt Blome.

Den Gas-Unfall in der Carlstadt empfindet sie selbst schon als "heftig". Man könne nur an alle Autofahrer appellieren, einen Unfall auch zu melden und nicht einfach davon zu fahren. Nach wie vor geht die Polizei von einer Unfallflucht aus. Es wird vermutet, dass in den frühen Morgenstunden des Montag der Fahrer eines Lkw an der Mittelstraße die Gaslaterne angefahren hat. Sie knickte um, Gas strömte aus. Der Geruch breitete sich schnell aus, die Feuerwehr evakuierte 70 Anwohner. Auch in einigen Kellern hatte es nach Gas gerochen.

"Dass es nach Gas riecht, kommt häufig vor", sagt Christina Näckel, Sprecherin der Stadtwerke. 600 Stadtwerke-Kunden würden durchschnittlich im Jahr anrufen, um undefinierbaren Gas-Geruch zu melden. "Wir nehmen das immer sehr ernst, fahren sofort raus", sagt Näckel. In mehr als 90 Prozent der Fälle sei das Problem schnell gelöst. Meistens handele es sich um andere Geruchsquellen. Ein Gas-Unfall wie der von Montag sei selten. "So etwas passiert maximal einmal im Jahr", hat sie gestern recherchiert. Zum Glück, denn "Gas kann immer tödlich sein". Im Freien strömt das Gas nach oben, in geschlossenen Räumen aber bleibt es am Boden. Hätte jemand bei dem Vorfall in der Carlstadt nur etwas später den Gasgeruch festgestellt, hätte dann noch jemand das Licht im Keller angemacht – es hätte zu einem Unglück kommen können.

Düsseldorf steht mit seinen 17 000 Gas-Laternen bundesweit mit an der Spitze – übertrumpft nur von Berlin. Die Düsseldorfer hängen an den nostalgischen Lampen und protestieren regelmäßig, wenn die Politik mal wieder über neues Licht diskutiert. Auch dann, wenn es ums Geld geht: So gab es zum Beispiel Einspruch aus Lohausen. Dort war ein Versuch geplant, an dem Anwohner finanziell beteiligt werden sollten. "Darüber müssen wir noch einmal reden", so Andrea Blome. Aber ganz generell würden alle Grundstückseigentümer an den Kosten für die Straßenbeleuchtung beteiligt. Über das Lohauser Projekt wird vermutlich noch in diesem Jahr im Stadtrat entschieden, die Umrüstung aller anderen Gas-Laternen auf Strom soll erst im nächsten Jahr politisch durch einen Grundsatzbeschluss auf den Weg gebracht werden. Zudem läuft sowohl am Fleher Deich als auch an der Lippestraße im Hafen ein LED-Pilotprojekt. Auch durch diese neue Form der Lampen soll Energie gespart werden.

Quelle: RP
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