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Düsseldorf
Studentin entwirft eine Markthalle

Düsseldorf: Studentin entwirft eine Markthalle
Architekturstudentin Lisa Ocampo präsentiert anhand von Modellen und Zeichnungen, wie Kaiserswerth umgestaltet werden könnte. FOTO: Lisa Ocampo
Düsseldorf. Architekturstudenten der Fachhochschule zeigen in einer Ausstellung, wie Kaiserswerth in Zukunft aussehen könnte. Von Oliver Burwig

"Entwerfen Sie eine Markthalle auf dem Dreiecksparkplatz in Kaiserswerth" hieß die Aufgabe, die Lisa Ocampo und ihre Kommilitonen für ihren Bachelorabschluss in Architektur bearbeiten mussten. Dabei sollten die Studenten zeigen, dass sie kreativ mit Vorgaben wie Parkplatzangebot, Ladezonen und Verkehrsführung umgehen können. Die Ergebnisse ihrer Arbeit sind zusammen mit studentischen Entwürfen zur Verbreiterung des Kaiserswerther Rheinpromenade, einer Neunutzung des Tiefbunkers und einer Sporthalle ab Dienstag in einer Ausstellung zu sehen.

Mit ihrer Idee für eine Markthalle mit Laubengang bestand die 27-jährige Studentin nicht nur ihre Prüfung, sondern schaffte es auch noch in die Top Drei ihres Kurses, die ihre Modelle im Rathaus ausstellen dürfen. Bevor es für Ocampo aber ans Reißbrett ging, befragte sie zunächst Passanten auf dem Weg in die Kaiserswerther Innenstadt, wie diese sich den geplanten Supermarkt zwischen der Niederrheinstraße und der U-Bahn-Trasse wünschten. Prompt stieß sie auf erste Probleme. "Viele Einwohner waren gegen den Supermarkt", sagt Ocampo. "Sie hatten Angst um den Wochenmarkt und wollten, dass er erhalten bleibt." In ihrem Plan setzte die Studentin das in einer besonderen Weise um. An das Supermarktgebäude - aus Marketinggründen "Markthalle" genannt - setzte sie einen Säulengang, der die kleinen Standbesitzer nicht nur aufnehmen konnte, sondern ihnen sogar noch ein Dach über dem Kopf bietet. Auch Flohmärkte oder Blumenhändler sollen dort ihre Stände aufbauen können.

Ocampo habe den "Supermarkt nicht einfach nur Supermarkt" sein lassen wollen. So umfasst ihr Plan auch eine Tiefgarage, die durch Tageslichtschächte erhellt werden und die verloren gegangenen Parkplätze aufwiegen soll. Die sieht man in ihrem schwarzen Pappmodell zwar nicht, dafür aber die große Glasfront und die dreieckigen Dachaufsätze des Gebäudes. Das Aussehen der Front und der geschlossenen Gebäudeseiten entwarf Ocampo in einer Fassadenstudie im theoretischen Teil ihrer Abschlussarbeit.

"Utopien sind das nicht", sagt Manfred Morlock über die Entwürfe der Studenten. Er ist Professor an der "Peter Behrens School of Architecture", dem Institut für Architektur der Fachhochschule. Er hält es für realistisch, dass sich Architekturbüros ernsthaft für die Pläne und Modelle einer Markthalle interessieren, die seine Studenten anfertigten. Wenn nicht, so leisten diese laut Morlock doch zumindest einen Beitrag zur Diskussion. "Die Studenten werden so auch in die Stadtplanung eingeführt." Die Idee, sie als Abschlussarbeit Gebäude und Plätze in Kaiserswerth gestalten zu lassen, kam ihm schon vor zwei Jahren, als er nach Wittlaer zog und öfter an der Kaiserpfalz spazieren ging. Damals gaben er und ein Kollege ihren Studenten auf, Ideen für den Umbau und die Neunutzung des Kalkumer Schlosses zu finden. Es folgte eine Präsentation im Rathaus - ein Novum, denn bis dahin waren die Abschlussarbeiten immer nur in der FH ausgestellt.

Die diesjährige Ausstellung umfasst neben Ocampos Werk auch noch weitere studentische Entwürfe - für Morlock allesamt "Problemlösungen". So sei das Modell für eine breitere Rheinuferpromenade seiner Masterstudenten ein Ansatz, um sowohl den Andrang an Schönwettertagen zu verteilen und die Interessen von Radfahrern und Fußgängern unter einen Hut zu bringen. Der Sporthallenentwurf für die Grundschule Kaiserswerth an der Fliednerstraße, den Studenten eines anderen Kurses entwickelten, wäre die erste Turnhalle im Stadtteil. "Braucht Kaiserswerth eine Sporthalle? Wir sagen ja!", sagt Morlock. So fände man durch die Ansätze der Studenten Lösungen für die Probleme des Stadtteils.

Quelle: RP
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