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Interview mit Stefan Drewes
"Süßigkeiten und ein gutes Buch reichen völlig"

Interview mit Stefan Drewes: "Süßigkeiten und ein gutes Buch reichen völlig"
Stefan Drewes sagt: Der erste Schultag sollte ein Fest mit Freude sein. FOTO: end
Düsseldorf. Der Schulstart nach den Ferien ist ein Einschnitt, nicht nur für die i-Dötzchen. Über das, was Eltern rund um diesen Tag richtig und falsch machen können, sprach RP-Redakteur Jörg Janßen mit Stefan Drewes, Leiter des Zentrums für Schulpsychologie der Stadt.

Rituale wie die Schultüte gehören einfach dazu. Was darf hinein?

Drewes Süßigkeiten und ein gutes Buch reichen völlig. Auf keinen Fall sollten Smartphones, Tablets, normale Handys oder sonst etwas Elektronisches aus der Wundertüte purzeln. Das Kind würde im ersten Moment von seinen Klassenkameraden bewundert, letztlich würde es aber wegen des überteuerten Geschenks auch ungewollt zum Außenseiter. Außerdem verursacht allein die Sorge, das Kind könnte das Gerät verlieren, vermeidbaren Stress.

Wie gestaltet man den Tag der Einschulung angemessen?

Drewes Jede Familie kann dafür ihr eigenes Format finden. Wichtig ist, den Tag zu würdigen. Er sollte zu dem passen, was die Familie sonst an besonderen Tagen macht. Gemeinsam Essen oder Kaffee trinken gehen, die Großeltern und Paten einzuladen, ist sicher eine gute Idee. Vor allem sollte es ein Fest mit Freude sein.

Und der Ernst des Lebens?

Drewes (lacht) Ist ein Spruch, den wir doch besser bei unseren Groß- und Urgroßeltern lassen. Er klingt irgendwie bedrohlich, macht Kindern unnötig Angst.

Wann geht's das erste Mal alleine zur Schule?

Drewes In einem ruhigen Wohnviertel kann das nach einigen Wochen der Fall sein. Wovon ich abrate, ist das Kind monate- oder gar jahrelang mit dem Auto vor das Schultor zu bringen. Das macht unselbstständig.

Kann die Unterbringung von Flüchtlingen in Sporthallen ein Problem für die Kinder sein?

Drewes Das glaube ich nicht. In diesen Zeiten müssen wir alle zusammenrücken. Das können auch die Jungen und Mädchen verstehen und sie lernen, dass andere Kinder andere Lebensbedingungen haben.

Quelle: RP
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