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Prozess gegen Salafistenprediger
Angehörige von Sven Lau verweigern Aussage

Sven Lau: Angehörige wollen im Prozess nicht aussagen
Sven Lau im Gerichtsaal des Oberlandesgerichts Düsseldorf. FOTO: dpa, fg sab
Düsseldorf. Zweiter Verhandlungstag im Terrorprozess gegen den bekannten Islamisten Sven Lau: Das Düsseldorfer Oberlandesgericht hatte die Mutter (54), die Ehefrau (38) und die Schwiegermutter (63) Laus geladen. Doch die Zeuginnen wollten nichts sagen.

Im Terrorprozess gegen den Islamistenanführer Sven Lau haben alle für den zweiten Verhandlungstag geladenen Zeuginnen die Aussage verweigert. Die drei Frauen beriefen sich am Dienstag als Angehörige auf ihr Aussageverweigerungsrecht.

An die Adresse der Schwiegermutter waren laut Anklage die Nachtsichtgeräte geliefert worden, die dann bei der islamistischen Terrormiliz Jamwa gelandet sein sollen.

Das Oberlandesgericht wollte sich mit den Zeuginnen aus dem persönlichen Umfeld unter anderem ein Bild vom Werdegang des 35-Jährigen verschaffen.

Der Vorsitzende Richter Frank Schreiber fragte Lau, warum sich seine drei Wahlverteidiger im Prozess bislang nicht hätten blicken lassen: "Was mich stutzig macht: dass keiner kommt." Lau kündigte an, er werde sich dazu schriftlich äußern. Lau hat insgesamt fünf Verteidiger, davon zwei Pflichtverteidiger.

Das Gericht führte daraufhin das gut einstündige Youtube-Video "Mein Weg zum Islam" vor. Darin erklärt Lau, wie er auf der Suche nach dem Sinn den Lebens zum Islam gefunden habe. Zuvor sei er spielsüchtig gewesen, Kiffer und als Fan von Werder Bremen Anhänger der Ersatzreligion Fußball.

Die Antworten seiner Mutter und seiner Oma auf die Frage nach dem Sinn des Lebens hätten ihn eher beunruhigt als zufrieden gestellt. Ein muslimischer Arbeitskollege habe schließlich sein Interesse am Islam geweckt.

Die Bundesanwaltschaft wirft Lau vor, die islamistische Terrormiliz Jamwa unterstützt zu haben. Das Düsseldorfer Oberlandesgericht hat bereits den Hinweis erteilt, dass er sogar als Terrorist verurteilt werden könnte.

Lau soll zwei Islamisten aus Deutschland nach Syrien in die Reihen der Jamwa vermittelt haben. Neben den Nachtsichtgeräten soll er die Miliz auch mit Geld unterstützt haben. Ihm drohen dafür bis zu 15 Jahre Haft. Das Gericht hat für das Verfahren 30 Verhandlungstage bis Januar 2017 angesetzt.

(csr/heif)
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