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Düsseldorf
Salafisten-Anführer wohnt in Holthausen

Sven Lau: Salafisten-Anführer wohnt jetzt in Düsseldorf
Sven Lau (rechts.), hier mit Salafisten-Prediger Pierre Vogel, wohnt jetzt in Düsseldorf. FOTO: Youtube Screenshot
Düsseldorf. Sven Lau, der Gründer der "Scharia-Polizei" zieht in seinem neuesten Internetvideo durch Düsseldorf. Wahrscheinlich wohnt er im südlichen Stadtteil Holthausen.  Von Christian Schwerdtfeger

Mit Sven Lau ist einer der führenden Köpfe der salafistischen Szene in Deutschland nach Düsseldorf gezogen. "Das ist die Stadt, in der ich momentan lebe", sagte Lau in seinem neuesten Internetvideo. Darin ist zu sehen, wie er mit zwei weiteren Männern abends durch die Landeshauptstadt streift. Nach Informationen unserer Zeitung wohnt er wahrscheinlich im südlichen Stadtteil Holthausen. "Wir wissen, dass er hier bei uns ist und haben ihn im Blick", sagte ein Sprecher der Polizei Düsseldorf. Der dreizehnminütige Film wird derzeit noch von Experten des Staatsschutzes ausgewertet.

Der ehemalige Mönchengladbacher Feuerwehrmann Lau gilt neben Pierre Vogel, der aus Hamburg in den Rhein-Erft-Kreis nach Bergheim gezogen ist, als bekanntester Hass-Prediger bundesweit. Beide sind deutsche Staatsbürger, die vor einigen Jahren zum Islam konvertiert sind. Lau hatte in der vergangenen Woche für bundesweites Aufsehen gesorgt: In Wuppertal war er mit zehn weiteren Salafisten als Anführer der sogenannten Scharia-Polizei mit orangefarbenen Signalwesten durch die Stadt gezogen. Die selbst ernannten Sittenwächter forderten von Jugendlichen, auf Drogen, Alkohol und Musik zu verzichten. Die Staatsanwaltschaft leitete ein Ermittlungsverfahren ein. Lau löste die "Scharia-Polizei" daraufhin auf.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) sieht die innere Sicherheit von den Salafisten dauerhaft bedroht. "Ich gehe davon aus, dass die Islamisten in Deutschland noch mehrere Jahre eine massive Gefahr darstellen", betonte Arnold Plickert, NRW-Chef der GdP. Der Salafismus sei das Resultat einer über Jahrzehnte verfehlten Integrationspolitik.

Salafisten verteilen Koran in Mönchengladbach FOTO: ape

Der Düsseldorfer Landtag wird sich heute in seiner Plenarsitzung mit der "Scharia-Polizei" und den Auswüchsen des Salafismus beschäftigen. NRW gilt bundesweit nach wie vor als Hochburg dieser radikal-islamistischen Bewegung. Trotz Razzien und Verbotsverfahren hat sich die Zahl der Salafisten allein in den vergangenen drei Jahren von rund 500 auf etwa 1800 mehr als verdreifacht. Die meisten von ihnen leben in Bonn. Auch Marco G. war dort gemeldet. Der 27-jährige Konvertit steht derzeit wegen eines versuchten Bombenanschlags am Bonner Hauptbahnhof vor Gericht. Auch den drei Terrorverdächtigen, die zu Wochenbeginn am Frankfurter Flughafen festgenommen wurden, werden Kontakte in die frühere Bundeshauptstadt nachgesagt.

Doch auch Düsseldorf scheint - nicht zuletzt wegen des Zuzugs von Sven Lau - für die Salafisten zunehmend als Standort interessant zu werden. Der in der Landeshauptstadt ansässige Verein "Ansaar International" steht unter besonderer Beobachtung des Verfassungsschutzes. Die Einrichtung veranstaltet Spendenaktionen für Kriegsopfer in Syrien. Die Mitglieder werden laut Verfassungsschutz der salafistischen Szene zugerechnet. Auch Pierre Vogel soll für sie auf einer Benefizveranstaltung Spenden eingesammelt haben. Teile des Geldes fließen angeblich an die Terrormiliz "Islamischer Staat". "Wir vermuten das, konnten es aber noch nicht nachweisen", heißt es aus Kreisen des Verfassungsschutzes. 

Quelle: RP
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