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Düsseldorf
Syrer küsst im Freibad 14-Jährige gegen ihren Willen

Düsseldorf. Der Jugendrichter verwarnte den Flüchtling und fragte: "Und wenn es Ihre Schwester gewesen wäre?"

Als Nichtschwimmer ein Freizeitbad in Flingern zu besuchen, um Mädchen zu treffen - das ging bei einem 20-jährigen Flüchtling Ende 2015 schief. In Badehose hatte er eine Schülerin bedrängt, die geschockte 14-Jährige festgehalten und mehrfach auf den Oberarm geküsst. Vorm Jugendgericht gab er gestern an, erst jetzt begriffen zu haben, wie groß sein Fehler gewesen sei. Der Richter verzichtete auf eine Strafe, ließ es bei einer Verwarnung plus Auflagen.

Die 14-Jährige sagte, sie habe sich seitdem nicht mehr in ein öffentliches Bad getraut, "aus Angst, dass sowas wieder passiert". Für den Staatsanwalt hat der Angeklagte "schon mit dem Anpacken des Mädchens jede erdenkliche Grenze überschritten - und solche Grenzen gelten in der ganzen Welt!" Noch deutlicher wurde der Richter: Was der Angeklagte getan hätte, wenn seiner Schwester eine solche Situation zugestoßen wäre? Antwort des Angeklagten über Dolmetscher: "Da hätte ich etwas Schlimmes gemacht."

Dabei habe er im Bad dem Mädchen "nur meine Freundschaft anbieten wollen. Ich habe gehofft, dass sie Erbarmen hat, weil ich hier keine Freunde habe." Auch habe er mit ihrer Hilfe "schnell Deutsch lernen" wollen. Sein Anwalt behauptete gar, die Nötigung des Angeklagten "war ein untauglicher Versuch, Kontakt zu bekommen". Das ließ der Richter nicht gelten. Er fand, dem Angeklagten müsse klar gemacht werden, "dass Frauen nicht ungefragt körperlich berührt werden. Das geht hier nicht." Da er sich als "Erzieher in Richterobe" verstehe, wolle er den 20-Jährigen aber nicht bestrafen, sondern fand eine Ermahnung samt Schuldspruch wegen Nötigung ausreichend. Zudem muss der Angeklagte jetzt seinen Deutsch-Kurs fortsetzen und dies nachweisen. "Nichts geht hier ohne die Sprache". Außerdem wurde der 20-Jährige für drei Monate einem Arabisch sprechenden Jugendhelfer unterstellt. Auf eine zusätzliche Woche im Dauerarrest, wie vom Staatsanwalt gefordert, hat der Richter verzichtet.

(wuk)
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