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Prozess in Düsseldorf
Tanne auf Kö verletzte Frau - aber wer ist schuld?

Sturm reißt Weihnachtsbaum auf der Kö um
Sturm reißt Weihnachtsbaum auf der Kö um FOTO: Berger
Düsseldorf. Auf der Düsseldorfer Königsallee fiel ein Weihnachtsbaum um und verletzte eine Frau. Knapp vier Jahre ist das her. Seitdem wird um die Kosten gestritten. Eine Versicherung hatte einer Frau knapp 17.000 Euro erstattet. Von Wulf Kannegießer

Ein Urteil in dem Fall wird es frühestens im Spätsommer 2018 geben. Das teilte das Düsseldorfer Landgericht am Dienstag im Zivilprozess zwischen einer Versicherung und der Stadt mit. Die Versicherung hatte einer Kurierfahrerin fast 17.000 Euro erstattet, nachdem die Frau an Heiligabend vor vier Jahren von einer umgekippten, sechs Meter hohen Tanne verletzt worden war. Nach dem Vorfall war die Frau monatelang arbeitsunfähig gewesen. Das Geld will die Versicherung jetzt von der Stadt Düsseldorf zurück. Doch erst im Spätsommer 2018 sollen vier Zeugen zu dem kuriosen Baumfall gehört werden.

Das ist die Vorgeschichte

Für die Anwohner, die Flaneure und die Geschäftsleute rund um die "Kö" war die prächtig geschmückte Sechs-Meter-Tanne damals ein Hingucker. Ende November aufgestellt von Stadt-Mitarbeitern, fiel der Baum am 5.Dezember aber erstmals zur Seite. Verletzt wurde dabei niemand.

Als der Baum Heiligabend aber ein weiteres Mal umfiel, wurde die zufällig vorbeikommende Kurierfahrerin getroffen. Sie erlitt einen sogenannten Verrenkungsbruch des Wadenbeins, zudem wurde ihr Sprunggelenk beschädigt. Die Berufsgenossenschaft erkannte das als Arbeitsunfall an, die Versicherung erstattete dem Baumfall-Opfer einen Gesamtschaden von 16.094 Euro.

Stadt weist Verantwortung von sich

Die Stadt Düsseldorf sieht sich hier nicht in der Verantwortung. Wer die Tanne nach dem ersten Umkippen wieder aufgestellt habe, sei rätselhaft. Mitarbeiter des städtischen Gartenamtes seien es nicht gewesen, berichtete der Anwalt der Stadt beim Prozessbeginn vor zwei Monaten. Eine Verletzung der Verkehrssicherungspflicht, wie von der klagenden Versicherung behauptet, könne also nicht vorliegen. Beim ersten Mal könne die Tanne etwa durch starke Winterwinde, wie sie damals herrschten, umgekippt sein - also durch "höhere Gewalt".

Fakt ist: An Heiligabend 2013 herrschten in der Stadt Windgeschwindigkeiten von rund 70 km/h. Und dafür war die kippelige Tanne offenbar nicht sachgerecht genug verankert. Ob das die Schuld der Stadt war, will das Landgericht erst noch durch die Vernehmung von zwei Mitarbeitern der Stadt klären. Außerdem sollen Ende August 2018 ein Anwohner ein Passant angehört werden. 

 
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