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Düsseldorf
Targobank steigert Gewinn trotz Zinstief

Düsseldorf. Der Einstieg in die Finanzierung von Auto und Konsumgütern macht sich jetzt bezahlt.

Die Targobank hat im Geschäftsjahr 2015 ihr Ergebnis deutlich gesteigert. Der Vorsteuergewinn der Düsseldorfer Privatkundenbank erhöhte sich um 61 Prozent auf 430 Millionen Euro. Der Gewinn nach Steuern lag mit 347 Millionen Euro um 38 Prozent über dem Vorjahreswert, wie die Bank gestern mitteilte. Die Bilanzsumme stieg um 4,8 Prozent auf 14,1 Milliarden Euro.

Den größten Beitrag zum Jahresergebnis leistete auch 2015 das Kreditgeschäft. Auch der Einstieg der Bank in die Auto-Einkaufs- und Absatzfinanzierung machte sich nach Unternehmensangaben bezahlt. Mit mehr 900 Händlerpartnern habe die Targobank Autobank ihre Ziele im ersten Jahr übertroffen. Insgesamt betreute das Geldinstitut Ende 2015 bundesweit rund vier Millionen Kunden.

Bankchef Pascal Laugel kündigte an, die Bank wolle in Zukunft ihr Geschäftsmodell, "durch das Erschließen neuer Ertragsquellen auf eine breitere Basis stellen". Dies könnte ein Hinweis darauf sein, dass die Bank plant, ihr Geschäftsfeld in Zukunft auch auf Geschäftskunden auszuweiten.

Im Passivgeschäft seien die Kundeneinlagen trotz anhaltender Niedrigzinsphase insgesamt um fünf Prozent auf 12,2 Milliarden (2014: 11,6 Milliarden) Euro gestiegen. Die täglich fälligen Einlagen legten insgesamt um 10,4 Prozent auf 8,78 Milliarden (2014: 7,95 Milliarden) Euro zu.

Zum 31. Dezember 2015 betrug das Volumen der Tagesgeldkonten 3,7 Milliarden Euro und ist somit um 188 Millionen Euro (5,3 Prozent) höher als zum Vorjahresstichtag. Auch bei den Sparprodukten konnte die Targobank in 2015 das Volumen ausbauen: Der Zuwachs auf 1,69 Milliarden (2014: 1,63 Milliarden) Euro resultiert vornehmlich aus den Produkten "Junior-Sparkonto", "Doppelzins-Sparen" und "Rendite-Sparkarte". Bei den Festgeldkonten ging das Volumen um 280 Millionen auf 1,73 Milliarden Euro (2014: 2,01 Milliarden Euro) zurück.

Die Targobank ist ein Tochterunternehmen der französischen Genossenschaftsbank Crédit Mutuel. Das Institut wurde in den 1920er Jahren in Königsberg als KKB Bank gegründet. Sie war die erste Bank in Deutschland, die Kredite an private Konsumenten vergab. 1973 wurde sie von der First National City Bank übernommen und im Jahre 1991 in Citibank umbenannt. Die amerikanische Muttergesellschaft war zwischenzeitlich die größte Bank der Welt. Im Juli 2008 wurde bekanntgegeben, dass die französische Genossenschaftsbank Crédit Mutuel das Privatkundengeschäft der damals krisengeschüttelten Citibank in Deutschland kauft. Der Preis betrug 4,9 Milliarden Euro zuzüglich der im Geschäftsjahr 2008 bis zum Zeitpunkt der Übernahme erzielten Gewinne. In Deutschland trat das Unternehmen ab 2010 nur noch mit dem neuen Namen Targobank auf.

(tb)
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