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Nach Überfall auf Seniorin in Flingern
Tatverdächtige soll in die Psychiatrie eingewiesen werden

Tatverdächtige soll nach Überfall auf Seniorin in die Psychiatrie
Die Fingerabdrücke am Fenster des Opfers brachten die Ermittler auf die Spur der Tatverdächtigen. FOTO: sg
Düsseldorf. Die Frau, die am Montag versucht haben soll, eine Seniorin zu ermorden, ist nach Ansicht eines Gutachters nicht schuldfähig und soll daher in eine Psychiatrie. Sie war am Mittwochabend festgenommen worden. Von Stefanie Geilhausen

Die 35-jährige Frau aus Flingern steht im dringenden Verdacht, eine 82-Jährige in deren Wohnung angegriffen zu haben. Sie wird aber wohl nicht ins Gefängnis müssen. Staatsanwalt Matthias Ridder geht zwar weiter davon aus, dass die Frau versucht hat, die Seniorin heimtückisch zu töten. Aber er hat keinen Haft-, sondern einen Unterbringungsbeschluss für die Verdächtige beantragt.

"Ein Gutachter hat sie untersucht und ist zu dem Schluss gekommen, dass sie aufgrund einer psychischen Erkrankung nicht schuldfähig ist", sagte Ridder gestern. Der Untersuchungsrichter folgte seinem Antrag, auch wenn die Frau den Angriff auf die Seniorin bestreitet.

Die Tatverdächtige war polizeibekannt

Die 35-Jährige kannte nach bisherigen Ermittlungen die 82-Jährige nicht. Sie lebte aber in nächster Nachbarschaft zu deren Haus an der Erkrather Straße. Am Mittwochabend wurde sie festgenommen. Die Kripo hatte ihre Fingerspuren in der blutverschmierten Wohnung der Rentnerin und an dem Fenster gefunden, durch das sie nach der Tat geflüchtet war.

Die Verdächtige ist zwar nicht vorbestraft, jedoch waren ihre Fingerabdrücke nach einem früheren Ermittlungsverfahren bei der Polizei gespeichert: Sie hatte vor einigen Monaten Kleidungsstücke auf dem Balkon ihrer Wohnung verbrannt. Ein Strafverfahren war seinerzeit nicht eingeleitet worden, eigene Sachen zu beschädigen, ist nicht verboten. Weitere polizeiliche Ermittlungen gegen sie – im Zusammenhang mit einem Diebstahl – sind noch nicht abgeschlossen.

Das Opfer überlebte nur, weil sie neben einem Arzt wohnte

Am Montag soll die 35-jährige Deutsche, die nach Informationen unserer Zeitung türkische Wurzeln hat, am frühen Abend an der Wohnungstür 82-Jährigen geklingelt haben. Als diese arglos öffnete, soll die Verdächtige sie mit einem mitgebrachten Messer attackiert haben. Weil Mitarbeiter der benachbarten Apotheke, von den Schreien der Seniorin alarmiert, an die Tür klopften, sei sie samt Wertsachen ihres Opfers aus dem Fenster auf die Mettmanner Straße geflüchtet.

Dass die Rentnerin den Angriff überlebte, war reines Glück: Die Apotheker und ein Arzt, dessen Praxis über ihrer Wohnung liegt, versorgten sofort die tiefen Schnittverletzungen der 82-Jährigen. Sie erholt sich nur langsam, behält wahrscheinlich bleibende Schäden.

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