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Düsseldorf
Taxi-Genossen kämpfen gegen Mietwagen

Düsseldorf: Taxi-Genossen kämpfen gegen Mietwagen
Die klassischen Taxis sind im Straßenbild gleich zu erkennen, Mietwagen nicht. Für Letztere gibt es inzwischen in Düsseldorf mehr als 400 Konzessionen. FOTO: Andreas Endermann
Düsseldorf. Stadt will umkämpften Markt erneut untersuchen lassen. Platzhirsch Taxi e.G. verlangt Gleichbehandlung. Von Uwe-Jens Ruhnau

Die Stadt Düsseldorf wird die Situation des Taxigewerbes erneut untersuchen. Vor gut drei Jahren war dies bereits einmal geschehen. Damals hatte ein Gutachten des Büros Linne + Krause festgestellt, dass der Anteil der wirtschaftlich fragwürdigen Lizenzinhaber bei 26 Prozent liegt und es zu viele Taxis in der Landeshauptstadt gibt. Der Vorstandschef der Taxi-Genossenschaft, Dennis Klusmeier, fordert nun, dass Mietwagen mit der gleichen Intensität überprüft werden wie Taxis. "Die sind im Straßenbild nicht so auffällig wie wir und müssen sich auch an Regeln halten", sagt Klusmeier.

Dass der Genossenschafts-Chef daran seine Zweifel hat, ist kein Geheimnis. Klusmeier befürchtet eine Wettbewerbsverzerrung und hat deswegen im Verkehrsausschuss des Stadtrates seinen Protest angekündigt, sollte die Gleichbehandlung nicht erkennbar werden.

Hinter der Kritik stehen wirtschaftliche Interessen. Den Kuchen müssen sich die klassischen Taxi-Fahrer mit immer mehr Konkurrenz teilen. Erst trat Rheintaxi auf den Plan, ist aber heute in der Sache eher Partner; dann kam Uber, ist jedoch erst einmal vom Markt verschwunden; schließlich graben die App Mytaxi und die Mietwagen Geschäft ab.

Das hat Folgen, wie Erhebungen der Stadt zeigen: Die Zahl der Taxi-Konzessionen ist von 2014 auf 2015 um 32 auf 1279 gesunken. Gleichzeitig stieg die Zahl der Mietwagenkonzessionen um 39 auf 416. Ende August 2016, dem letzten Erhebungszeitraum, gab es noch einmal fünf Taxi-Konzessionen weniger und 23 Mietwagenkonzessionen mehr. Klusmeier geht davon aus, dass einige Unternehmer oder Fahrer, die bei der Taxi-Genossenschaft nicht mehr zum Zuge kamen, ins Mietwagengeschäft gewechselt sind.

Dort wird auch mit Kampfpreisen gearbeitet, um Marktanteile zu erobern. Im Internet wird teils mit den alten Taxigebühren geworben, Düssel-Car beispielsweise nimmt 2,50 Euro für die Anfahrt (Taxi e.G.: 4,50 Euro) und 1,80 Euro für den Kilometer (2,20 Euro), Studenten zahlen zehn Cent weniger. "Es läuft gut", sagt die Chefin Aylin Jasiczek, man sei zufrieden. Man habe vor drei Jahren mit drei Fahrzeugen begonnen und sei nun bei 20 Autos. "Wir machen nicht die höchsten Gewinne, kommen aber klar", sagt Jasiczek.

Düssel-Car ist einer der größeren Mietwagen-Betriebe, die Anmutung der Homepage in schwarz-gelber Gestaltung erinnert an eine Taxi-Zentrale. Der Genossenschaft ist ein solcher Betrieb ein Dorn im Auge. Kenner der Szene sagen, dass Mietwagen-Betriebe nur dann dauerhaft funktionieren, wenn sie im hochwertigen Bereich agieren - etwa der Porsche fürs Luxushotel - oder Verträge mit Krankenkassen für Krankenfahrten haben. Ansonsten gelte dort aber die gleiche Vermutung wie für jenes 2013 definierte Viertel der Taxis: Die wirtschaftliche Konstruktion der Betriebe ist fragwürdig, Kontrollen auch zur Einhaltung der Steuer- und Abgabepflicht solle es dort ebenso geben, sagt Klusmeier.

Die Stadt hat vor drei Jahren 95 allgemeine Kontrollen durchgeführt, 2015 waren es 83. Es wurden 1669 und dann 225 Verstöße im Taxigewerbe festgestellt. Derzeit würden die Kontrollen neu konzipiert, sagt der zuständige Amtsleiter Thomas Schröder. Es sei garantiert, dass das ganze Gewerbe gleich behandelt werde.

Quelle: RP
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