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Mahnwache am Burgplatz
Düsseldorf trauert mit Paris

Düsseldorfer treffen sich zur Mahnwache am Burgplatz
Düsseldorfer treffen sich zur Mahnwache am Burgplatz FOTO: dpa, mjh wst
Düsseldorf. Auf dem Burgplatz formierten sich am Sonntag Menschen zum Friedenssymbol, vor dem Konsulat am Martin-Luther-Platz legten viele Düsseldorfer Blumen nieder. Die Solidarität gilt Frankreich und allen Opfern des Terrors. Von Stefani Geilhausen

Rund 250 Menschen sind am Sonntag einem Facebook-Aufruf zum Burgplatz gefolgt, um gemeinsam Solidarität mit den Opfern von Paris zu zeigen. Aufgerufen hatte ein angehender Elektrikermeister aus Düsseldorf zusammen mit seiner aus Paris stammenden Lebensgefährtin. "Es war eine ganz spontane Idee", sagt Reiner Willy, der kein Programm vorgesehen hatte, sondern die Teilnehmer einlud, selbst zum Mikrofon zu greifen.

Einige hielten Pappschilder mit dem internationalen Friedenszeichen hoch, in das der Eiffelturm gezeichnet ist – noch in der Nacht der Anschläge war dies zum Symbol für den Terrorangriff geworden. Andere hatten sich die französchen Farben auf die Stirn gemalt, einige kamen eingehüllt in der Flagge. Und Ahmet Top vom Kreisverband der Düsseldorfer Muslime kam mit einer Botschaft: "Wir Düsseldorfer Muslime wollen weiter mit allen in dieser Stadt gut zusammenarbeiten, wir verurteilen den Terror und die Anschläge, die den Islam missbrauchen."

Eine Frau stellt eine Kerze vor dem französischen Generalkonsulat in Düsseldorf auf. FOTO: dpa, mjh cul

Studentin Ludivine Bourgeois forderte: "Solidarisiert euch nicht mit Frankreich allein, solidarisiert euch mit allen Ländern auf der Welt, trauert nicht nur um die Opfer von Paris, sondern um alle, die nicht wissen, ob sie morgen noch leben." Die Französin studiert zurzeit an der Fachhochschule, war gemeinsam mit französischen und deutschen Kommilitoninnen zum Burgplatz gekommen, um vor allem die jungen Menschen vor lähmender Angst zu warnen. "Es ist doch an uns, die Welt zu verändern." Bilder von der Mahnwache am Burgplatz sehen Sie hier. 

So gedenkt die Region der Opfer in Paris FOTO: dpa, mjh wst

Vom Burgplatz aus gingen viele der Teilnehmer weiter zum Konsulat am Martin-Luther-Platz, wo seit Samstagvormittag immer wieder Düsseldorfer Blumen ablegen und Kerzen anzünden, und viele blieben schweigend und fassungslos eine ganze Weile an dem schnell wachsenden Gedenkort stehen. Der Polizeiposten, der am Samstag noch die Tür bewacht hatte, war am Sonntag nicht mehr da. Die ohnehin hohen und aktuell verstärkten Sicherheitsvorkehrungen seien nicht unbedingt für jedermann sichtbar, heißt es bei der Polizei.

Am Justizministerium gegenüber vom Konsulat wehen die Bundes- und die Europafahne mit schwarzem Trauerflor. Auch das Rathaus hat sämtliche Fahnen mit schwarzem Band gehisst. Sogar an den städtischen Feuerwachen ist auf Anordnung der Bezirksregierung Schwarz-Rot-Gold auf Halbmast gesetzt. Der Oberbürgermeister hatte sich schon am Samstag zu Wort gemeldet, über Facebook erklärte Thomas Geisel seine tiefe Bestürzung: "Diesem Terror müssen wir uns entgegenstellen – mit der Härte des Rechtsstaates und einer wehrhaften Demokratie."

Ich bin schockiert und betroffen von den feigen und grausamen Terroranschlägen in Paris, denen so viele unschuldige...

Posted by Oberbürgermeister Thomas Geisel on  Samstag, 14. November 2015

Auf Wehrhaftigkeit setzen auch die Karnevalisten, die am Wochenende in die Session gestartet sind. Es gebe keine Überlegungen im Hinblick auf die anstehenden Großveranstaltungen, sagte CC-Geschäftsführer Hans-Jürgen Tüllmann unserer Redaktion. Hundertprozentige Sicherheit gebe es ohnehin nicht, Und außerdem: " Es muss doch heißen: Jetzt erst Recht."

Wie andere Städte in der Region der Opfer in Paris gedenken, sehen Sie in dieser Bilderstrecke. 

Quelle: RP
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