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Düsseldorf
Teststrecke für selbstfahrende Autos wird größer

Fotos: So funktioniert das vollautomatisierte Autofahren
Fotos: So funktioniert das vollautomatisierte Autofahren FOTO: dpa, jst jhe
Die Testroute für selbstfahrende Autos in Düsseldorf reicht vom Meerbuscher und Kaarster Kreuz bis in die Innenstadt. Zulieferer der Auto-Industrie schicken Prototypen auf die Strecke. Es ist immer ein Fahrer an Bord. Die Kosten liegen bei 20 Millionen Euro, die Stadt zahlt nichts. Von Uwe-Jens Ruhnau, Düsseldorf

Im Januar soll in Düsseldorf die Teststrecke für das vollautomatisierte Fahren starten. Seitdem Düsseldorf im Sommer als Kandidat für eine solche Strecke von der Bundesregierung ins Spiel gebracht wurde, ist viel geschehen. Das Verkehrsdezernat der Stadt hat mit 16 Kooperationspartnern und der Landesregierung verhandelt, die Teststrecke ist inzwischen doppelt so lang und die angestrebten Tests selbst vielfältiger geworden. 20 Millionen Euro sind für das Projekt kalkuliert. Die Kosten werden durch die Partner getragen, zudem stellt der Bund 80 Millionen Euro für die sechs Städte bereit. Düsseldorf selbst muss kein Geld aufbringen.

Das Ziel "Die Autos sollen sicherer unterwegs sein, der Verkehrsfluss besser sowie weniger Abgase und Lärm erzeugt werden", sagt Andrea Blome, Leiterin des Amtes für Verkehrsmanagement. Der Düsseldorfer Versuch dauert bis Juni 2019, ebenso dabei sind Hamburg, Braunschweig, Ingolstadt, München und Dresden. Der endgültige Bescheid des Bundes steht noch aus, dürfte aber Formsache sein.

Die Strecke Im Sommer war davon die Rede gewesen, die Strecke starte auf der A52 stadteinwärts kurz vor der Gabelung Richtung Theodor-Heuss-Brücke/Kniebrücke. Nun aber steuert Straßen.NRW mehr Autobahn bei. Los geht die Teststrecke jetzt schon am Meerbuscher Autobahnkreuz. Von dort geht es für die Testautos - an Bord ist immer ein Fahrer - zum Kaarster Kreuz und von dort Richtung Düsseldorf.

Die Tests Schon auf A44 und A52 gibt es Tafeln, die die Geschwindigkeit regeln. Wie anders das Autofahren der Zukunft aussehen könnte, wird vor allem im Stadtgebiet getestet. Denn in Höhe dieser Tafeln wird dann die Geschwindigkeit der Testwagen durch Signale von außen reduziert, wenn dies nötig ist. "Unsere Stärke ist die Vernetzung der Systeme", sagt Patric Stieler, der Experte des Amtes. Und das heißt: Die Kameras und die neue Bordsensorik der Autos, die den Straßenraum messen, wird mit den Steuersystemen von Stadt und Land verknüpft.

Löst beispielsweise im Rheinalleetunnel wegen eines Unfalls mit Fahrzeugbrand im Auto der Airbag aus, ist diese Information durch den E-Call des Autos (ab 2018 bei Neuwagen vorgeschrieben) in Millisekunden bei der Stadt. Sie sperrt automatisch und ebenso schnell den Tunnel, Feuerwehr und Polizei werden zeitgleich benachrichtigt. Heute dauert es zwei bis fünf Minuten, bis die Brandmeldeanlage eines Tunnels die Nachricht übermittelt. In drei Minuten sind aber bei normalem Verkehrsfluss bereits 180 Autos in den Tunnel eingefahren. Sie würden beim Einsatz der neuen Technik dann umgeleitet sein.

Die Partner Unter den Partnern sind Automobilzulieferer, die Autos als Prototypen ausrüsten. Vodafone sorgt für leistungsstarkes Wlan, so dass u.a. Karten im Display der Frontscheibe angezeigt oder Autos bis zum Stellplatz im Parkhaus geleitet werden. Auch die Rheinbahn ist dabei. Die Autos werden auf der Brücke langsamer, wenn an Elisabeth- oder Friedrichstraße ihre Busse ankommen. So wird der ÖPNV umweltfreundlich unterstützt.

Quelle: RP
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