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Düsseldorf
Theater- und Filmmuseum vor Fusion?

Düsseldorf. In beiden Häusern wird über Optionen einer Zusammenlegung nachgedacht. Von Dorothee Krings

Die Kulturinstitute sollen neu aufgestellt werden, darauf dringt die Kulturpolitik seit dem Antritt von OB Thomas Geisel (SPD). Erst wurde bekannt, dass er das Goethe-Museum gern aus dem baufälligen Schloss Jägerhof an die Bilker Straße umsiedeln würde. Nun konkretisieren sich die Pläne, dass das Filmmuseum in der Altstadt und das Theatermuseum im Hofgarten zusammengelegt werden könnten. Da beide Häuser sich mit Schauspielerei beschäftigen und mit der historischen Entwicklung zweier künstlerischer Disziplinen, scheint die Zusammenlegung inhaltlich begründbar. Dahinter stehen aber auch wirtschaftliche Überlegungen: Der Leiter des Theatermuseums, Winrich Meiszies, geht im Juni in den Ruhestand, möglicherweise soll seine Position nicht neu besetzt werden.

Meiszies hält die Fusionspläne grundsätzlich nicht für abwegig, dringt aber darauf, dass die Museen inhaltlich wie personell in einem moderierten Prozess zueinanderfinden können. "Man kann die Museen nicht einfach addieren", sagt Meiszies, "es müsste etwas ganz Neues gedacht werden, das sollten die Mitarbeiter beider Häuser gemeinsam erarbeiten." Auch dem Regisseur und Schauspieler René Heinersdorff, Mitglied im Kuratorium des Theatermuseums, gefällt die Fusionsidee, weil dadurch Theater-Interessierte für den Film gewonnen werden könnten und umgekehrt. "Ein fusioniertes Museum bräuchte aber Räumlichkeiten, die eigens für diesen Crossover gestaltet werden und Personal, das in der Lage ist zwischen diesen Welten zu denken, denn es sind Welten", sagt Heinersdorff. "Es wäre fatal, eines der Museen zu schließen und irgendwie in das andere einzugliedern. Insofern stellt sich die Frage, ob der Zusammenlegung in der Tat ein inhaltliches Konzept zugrunde liegt oder nur die Frage nach Einsparmöglichkeiten."

Der Leiter des Filmmuseums, Bernd Desinger, wollte sich zu den Plänen noch nicht äußern. Auch Kulturdezernent Hans-Georg Lohe (CDU) wollte weder zum Zeitpunkt der Fusion noch zum Standort Angaben machen und verwies auf ausstehende Entscheidungen. Zu hören ist aber, dass derzeit das Filmmuseum als Standort geprüft wird - ohne Einbindung der Mitarbeiter des Theatermuseums.

Quelle: RP
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