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Düsseldorf
Theaterchefs sehen Lage positiv, Zukunft aber düster

Düsseldorf. "Das letzte Mal mit den zwei Altherren-Optimisten", scherzte Günther Beelitz beim Abschluss-Gespräch zu seiner Interims-Intendanz und zwinkerte dabei Geschäftsführer Alexander von Maravic zu. Dessen Bilanz listet nur positive Zahlen auf: In der abgelaufenen Spielzeit stieg die Auslastung des Schauspielhauses im Vergleich zum Vorjahr um 23 Prozent und lag zuletzt bei 71 Prozent. Die Einnahmen von jetzt 2,4 Millionen Euro verzeichneten ein Plus von 43 Prozent, die Abonnements verdoppelten sich auf 2523.

Gestern erhielt Beelitz für seine Arbeit die Verdienstplakette der Landeshauptstadt Düsseldorf. Kein anderes in seinen 38 Intendantenjahren sei mit solchen Schwierigkeiten in kurzer Zeit belastet gewesen, resümierte er. "Am Anfang hatten wir das ganze Haus gegen uns - einer der härtesten Prüfsteine. Um das zu überstehen und das Nötige zu erreichen, musste ich sehr straff regieren. Das war unabdingbar."

Die ursprünglich angestrebte Konsolidierung wurde zu seiner Überraschung weit übertroffen. Künstlerisch müsse aber noch nachgelegt werden: "Dieses Theater gehört in die Champions League. Das braucht Zeit und war nicht zu erreichen. Wir konnten nur die Basis dafür festigen." Am meisten zu kämpfen hatte er mit der Schließung des Stammhauses. Beelitz kritisiert das Jonglieren der Stadt bei den Baumaßnahmen am Kö-Bogen: "Verzögerungen sind bei diesem Volumen nicht verwunderlich. Ich hätte mir nur einen realistischen Zeitrahmen gewünscht, anstatt immer neue Hochwasserstände durchzugeben." Betrachte man die Terminplanung "mit nüchternem Menschen- und Sachverstand, konnte sie gleich nicht stimmen."

(go)
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