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Düsseldorf
Theodorstraße: Baumarkt-Pläne auf Eis

Düsseldorf: Theodorstraße: Baumarkt-Pläne auf Eis
Auf diesem Grundstück zwischen den Straßen Theodorstraße, K2 und Zum Heiligendonk möchte Bauhaus ein Fachzentrum errichten. FOTO: Hans-Jürgen Bauer
Düsseldorf. Das Unternehmen Bauhaus macht erneut einen Anlauf an der Theodorstraße. Wechselnde Vorgaben und Planungsziele von Stadt und Land haben das bisher verhindert. Und wieder kommt der Prozess nicht voran. Von Julia Brabeck und Denisa Richters

Es ist bereits der dritte Anlauf, den Bauhaus zurzeit nimmt, um an der Theodorstraße ein Fachzentrum zu errichten. Obwohl dafür die Planungen bereits recht weit vorangeschritten sind, mehrere Gespräche mit der Stadtverwaltung, der Wirtschaftsförderung und dem Baudezernenten geführt und schon Gutachten erstellt wurden, liegen die Pläne seit Anfang des Jahres auf Eis. "Der Grund ist, dass es zurzeit offenbar neue Überlegungen seitens der Politik gibt, wie man grundsätzlich mit den Grundstücken an der Westfalenstraße umgehen möchte", vermutet Heinz-Dieter Konrad, Geschäftsführer von Bauhaus NRW. Überlegt werde nun doch, dort große Flächen freizuhalten, um Bürokomplexe für große Firmen zu ermöglichen. Eine Entscheidung dazu soll jetzt fallen.

Die Stadtverwaltung will zurzeit noch nicht zu den Zielen für den gesamten Bereich an der Theodorstraße Stellung beziehen, an dem auch die Möbelhäuser Schaffrath und Höffner Grundstücke erworben haben. Zurzeit würden noch viele Gespräche mit mehreren Partnern geführt und solange diese nicht abgeschlossen seien, will man sich nicht äußern, heißt es auf Anfrage seitens der Stadt. "Die Wirtschaftsförderung ist da federführend dran", sagt Planungsdezernent Gregor Bonin. Dabei gelte es, unterschiedliche Nutzungsinteressen abzuwägen, zu moderieren und am Ende eine Entscheidung zu treffen. Die privaten Investoren seien aber nicht aus der Pflicht entlassen, miteinander zu reden, so Bonin.

"Solche neuen Ziele kann ich nachvollziehen, schließlich bin ich selber Düsseldorfer und möchte, dass die Stadt vernünftig entwickelt wird", sagt Konrad. Nicht nachvollziehen könne er aber, wie mit der Firma Bauhaus, die seit über 40 Jahren Häuser in der Stadt unterhalte, umgegangen werde. "Wir haben vom Stillstand zunächst nur über inoffizielle Wege erfahren, mussten selber das Gespräch suchen, und auch jetzt hängen wir in der Luft." Die Bezirksvertretung 6 hat immer wieder positiv für einen Baumarkt in Rath gestimmt. Sie hat deshalb nun fraktionsübergreifend Oberbürgermeister Thomas Geisel angeschrieben, damit dieser das Vorhaben ermöglicht.

Seit 15 Jahren versucht Bauhaus, im Düsseldorfer Norden ein Fachzentrum zu gründen. Dafür hatte man in unmittelbarer Nachbarschaft zum ISS Dome schon einmal ein Grundstück von der Stadttochter IDR erworben und die Planungen aufgenommen. Ein neues Landesgesetz, das die Ansiedlung von großflächigem Einzelhandel regelte und verhindern sollte, dass durch Großmärkte auf der "grünen Wiese" der Einzelhandel in den Zentren geschwächt wird, ließ dann allerdings einen Baumarkt an besagtem Standort nicht zu. Der Grundstückskauf wurde schließlich rückgängig gemacht. Einige Jahre später wurde das Gesetz aber nach einer Klage gekippt und Bauhaus bekundete erneut Interesse an dem Grundstück.

Man sei aber bezüglich der Konditionen nicht einig geworden, heißt es aus dem Umfeld der IDR. Laut Konrad hat es keine Rücksprache gegeben. Die Stadttochter verkaufte das Grundstück schließlich 2012 an die Firma Schaffrath, die dort ein Möbelhaus plant. Auch deren Mitbewerber Höffner hat einige Grundstücke an der Theodorstraße gekauft - und eines davon an Bauhaus verkauft. Dabei handelt es sich um ein 45 000 Quadratmeter großes Grundstück an der Ecke Theodorstraße/Am Hülserhof. Dafür wurde inzwischen bereits ein Verkehrsgutachten erstellt und die Einrichtung eines Kreisverkehrs vereinbart. Geplant ist, dass Bauhaus an diesem Standort 40 Millionen Euro investiert und 120 Arbeitsplätze schafft. Der nächste Schritt sollte eigentlich ein neuer Bebauungsplan sein, der nicht nur Gewerbe, sondern auch Einzelhandel zulässt. "Wir haben nach so vielen Planungen und Absprachen wenig Verständnis, dass nun plötzlich neue Ziele erwogen werden", sagt Konrad.

Quelle: RP
 
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