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Düsseldorf
Jarzombek wieder zum CDU-Chef gewählt

Thomas Jarzombek wieder zum CDU-Chef gewählt
Thomas Jarzombek (m.) steht nach seiner Wiederwahl strahlend zwischen Sylvia Pantel und Kreisgeschäftsführer Bernhard Herzog. FOTO: Andreas Endermann
Düsseldorf. Neue Stellvertreter wurden Angela Erwin und Peter Blumenrath, nachdem Sylvia Pantel und Peter Preuß ihre Kandidatur zurückzogen. Von Arne Lieb und Christian Herrendorf

Mit einer klaren Mehrheit ist Thomas Jarzombek als Vorsitzender des CDU-Kreisverbands wiedergewählt worden - und setzt die Arbeit mit zwei neuen Vize-Vorsitzenden fort. Neben Angela Erwin, die schon vor Wochen ihre Kandidatur erklärt hatte, trat auf dem Parteitag für viele überraschend auch Peter Blumenrath, bis März Vorsitzender des Kreisverbands der Jungen Union und inzwischen Vorsitzender des Bezirksverbands Bergisch Land, für einen Posten an.

Thomas Jarzombek (l.) nach der Wahl mit seinen neuen Stellvertretern Angela Erwin und Peter Blumenrath. FOTO: Andreas Endermann

Die bisherigen Vize-Vorsitzenden Sylvia Pantel und Peter Preuß, deren Verhältnis zum Parteivorsitzenden zerrüttet ist, zogen ihre Kandidatur nach dem deutlichen Votum für Jarzombek und der Kandidatur von Blumenrath zurück.

Auf Thomas Jarzombek entfielen 259 der 335 Stimmen (77,3 Prozent). Die einzige Gegenkandidatin, die in der Partei weitgehend unbekannte Heidrun Leinenbach, kam auf 76 Stimmen, das entspricht 22,7 Prozent. Angela Erwin wurde mit 93,1 Prozent zur Stellvertreterin gewählt, für Peter Blumenrath stimmten 92,8 Prozent der Delegierten.

Die Stimmung beim 113. Parteitag stand ganz im Zeichen der Querelen im bisherigen Vorstand. Parteichef Thomas Jarzombek auf der einen und die beiden bisherigen Stellvertreter Sylvia Pantel und Peter Preuß auf der anderen Seite warfen sich gegenseitig vor, die Atmosphäre in der Spitze des Kreisverbands in den vergangenen Monaten vergiftet zu haben. Etliche Mitglieder beklagten in Wortmeldungen, einen solchen Streit im Kreisverband noch nie erlebt zu haben.

Jarzombek erhielt während seiner gut 45-minütigen Rede lauten Zwischenapplaus, als er auf die Vorgänge einging: "Das Bild, das wir in den letzten Wochen in der Öffentlichkeit abgegeben haben, lässt sich mit einem Wort zusammenfassen: furchtbar." Er wolle die Partei versöhnen und stehe für einen offenen, aber internen Dialog. Es sei aber auch klar: Wer in der Öffentlichkeit über andere schlecht rede, bekomme die "Rote Karte". Jarzombek forderte die Partei zur Geschlossenheit auf. "Wir müssen anständig miteinander umgehen."

Peter Preuß und Sylvia Pantel erhoben in ihren Wortbeiträgen schwere Vorwürfe gegen Jarzombek. "Der Vorstand wurde nicht ordnungsgemäß geführt", sagte Pantel. "Es ist völlig der moralische Kompass verloren gegangen." Der Vorwurf aus Jarzombeks Lager, sie habe Interna an die Öffentlichkeit getragen, sei eine "haltlose Unterstellung". Preuß, der wie Pantel die Gegenkandidatin Heidrun Leinenbach unterstützte, forderte ebenfalls einen Neuanfang. "Was wir in den letzten Monaten erlebt haben, hat es in meinen 13 Jahren im Vorstand noch nicht gegeben." Preuß warf Jarzombek vor, selbst Interna aus einem Gespräch an die Medien weitergegeben zu haben, obwohl er ein ähnliches Gebaren an anderer Stelle seinen Stellvertretern vorgeworfen habe.

Der Vorsitz wurde für zwei Jahre gewählt. Der Parteitag galt damit als richtungsweisend für die Vorbereitung der Bundes- und Landtagswahlen 2017. In den kommenden Jahren wird sich entscheiden, wer in den Düsseldorfer Wahlkreisen für die Union antritt.

Quelle: RP
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