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Tierischer Unfall
Radfahrer sollen Enten im Hofgarten angefahren haben

Tierischer Unfall: Radfahrer überfährt Ente im Hofgarten
Tierschützerin und Entenmutter Hermine Ohler rettet Küken in Not. Nur für die Ente am Hofgarten kam ihre Hilfe zu spät. FOTO: Hans-Jürgen Bauer
Düsseldorf . Eine Facebook-Userin will beobachtet haben, wie ein Radfahrer eine Ente am Hofgartenweiher überfahren hat. Tierschützer kennen den Vorwurf und sind aufgebracht. Dem Ordnungsamt sind Klagen über rücksichtslose Fahrradfahrer bekannt.

Der Vorfall ist am Montag passiert: Am Ufer des Hofgartenweihers vor dem Kaufhaus Breuninger will eine Düsseldorferin beobachtet haben, wie ein Radfahrer eine Ente überfahren haben soll, wohl absichtlich, und dann einfach davon fuhr. Sie habe mehrfach sehen müssen "wie Fahrradfahrer kaum ihr Tempo gedrosselt haben, so dass die Tiere sich nur knapp einen Weg bahnen konnten, ohne verletzt zu werden". Das schreibt sie in einem Facebook-Post. Ihr Mann habe noch versucht, den Radler einzuholen und ihn zur Rede zu stellen. Aber vergebens.

Die Düsseldorfer Entenmutter Hermine Ohler hat über Umwege von dem Unglück erfahren. Sie ärgert sich, dass die Frau den Vorfall bei Facebook postete und nicht etwa die Polizei oder die Feuerwehr rief. Die Behörden hätten sie dann verständigt und sie hätte vielleicht noch etwas tun können. Ohler hat den Notruf für Wasservögel gegründet. So aber ist die Ente wohl verendet. Und ihre Küken auch. Die nämlich können ohne ihre Mutter nicht überleben.

"Ich mache das seit 20 Jahren", erzählt Ohler. Sie arbeitet eng mit Polizei und Feuerwehr zusammen, wenn sich irgendwo Wasservögel verirren. Erst vor kurzem hat sie eine Entenfamilie von einem Balkon im dritten Stock eines Mehrfamilienhauses gerettet und in die Freiheit entlassen. Sie erzählt, dass es häufiger Probleme mit rücksichtslosen Fahrradfahrern gebe und fordert ein Konzept von der Stadt, das dieses verhindert.

Das städtische Ordnungsamt weiß nichts von dem konkreten Fall der toten Ente im Hofgarten. Sie verweist darauf, dass Fahrradfahren abseits der gekennzeichneten Wege ohnehin verboten sei. Aber: "Beschwerden über rücksichtslose Radfahrer, die Fußg änger belästigen oder sogar gefährden, gibt es", heißt es in einer Stellungnahme.

Das vorsätzliche Anfahren eines Tieres sei übrigens nicht nur ein "schlechter Scherz" oder eine Ordnungswidrigkeit, sondern das vorsätzliche, grundlose Zufügen von Schmerzen einem Wirbeltier gegenüber ist eine Straftat. "Sollte das Ordnungsamt eine solche Situation beobachten und den Täter stellen können, ist eine Anzeige garantiert."

 

(heif)
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