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Düsseldorf
Tonnenschwere Kunstwerke auf Reisen

Düsseldorf: Tonnenschwere Kunstwerke auf Reisen
Peter Schwickerath hat selbst in Uruguay den Aufbau seiner tonnenschweren Kunstwerke begleitet. FOTO: Privat
Düsseldorf. Der Düsseldorfer Künstler Peter Schwickerath stellt zurzeit seine Werke in Uruguay aus. Dort besteht ein großes Interesse an seinen Arbeiten. Einige werden dauerhaft in Südamerika bleiben. Von Julia Brabeck

Peter Schwickerath ist ein bekannter Düsseldorfer Künstler. Viele Bürger kennen etwa seine Edelstahl-Skulptur "Penetration" auf den Rheinwiesen in Oberkassel, die Plastik "Knickung" im Nordpark oder das Werk aus Stahl "In Kontext" in der Kaiserswerther Kaiserpfalz. Jetzt kann Schwickerath sich auch zurecht als weltbekannter Bildhauer bezeichnen, denn bis Ende Januar läuft eine Ausstellung mit seinen Werken in Uruguay in der Nähe der Stadt Maldonado.

"Das ist meine erste Schau außerhalb Europas und die Vorbereitungen dafür haben ein gutes halbes Jahr gedauert", sagt der 73-Jährige. Besonders kompliziert war dabei, den Transport der 60 Arbeiten zu organisieren. Denn der Lohausener arbeitet nur mit Stahl, seine Werke sind bisweilen mehrere Meter groß, so dass insgesamt 20 Tonnen Kunst auf den weiten Weg geschickt werden mussten. Diese füllte einen ganzen Schiffscontainer, wobei die Kunstwerke von einer Fachfirma verstaut wurden. "Wir haben aber niemanden gefunden, der Kunstwerke auf dem Seeweg versichert. Deshalb waren wir sehr froh, dass nach der mehrwöchigen Reise alles gut angekommen ist."

Schwickerath hat selbst vor Ort den Aufbau der Ausstellung begleitet. Diese wird von der Fundacion Pablo Atchugarry finanziert, einer Stiftung des gleichnamigen Künstlers. Zu dieser gehören ein riesiger Skulpturenpark an einem See mit mehreren Museumsräumen. "Ich bin dort auf ein sehr großes Interesse gestoßen. Bereits beim Aufstellen der Werke wurden viele Fragen an mich gerichtet. Die Menschen dort sind besonders freundlich."

Rund 1500 Gäste nahmen alleine an der Ausstellungseröffnung teil, darunter der Deutsche Botschafter und der Stiftungsgründer Pablo Atchugarry. Dieser hat auch ein 7,5 Tonnen schweres und sehr großes Werk von Peter Schwickerath für den Skulpturenpark erworben. Das ist nicht die erste Plastik, die von dem Düsseldorfer in Uruguay steht, denn Schwickerath hat bereits vor zwei Jahren eine große Arbeit für Atchugarry geschaffen.

Der Kontakt zu dem Stifter ist einem Zufall zu verdanken. Der Künstler ist mit seiner Frau in den letzten Jahren regelmäßig in dem südamerikanischen Land zu Besuch, da dort ihr Sohn mit Familie lebt. Bei solch einem Besuch hatte Schwickerath den Skulpturenpark entdeckt, den Stiftungsgründer kennengelernt und von diesem spontan den Auftrag erhalten, vor Ort eine Plastik zu schaffen. Entstanden ist so eine aus Stahlträgern zusammengefügte über sieben Meter hohe Skulptur, die trotz des massiven Materials leicht wirkt. Und das ist charakteristisch für Schwickeraths Arbeiten, schwere Stahlplatten oder Würfel durch Verformen, Zerschneiden, Falten und neu Zusammenfügen überraschend zu gestalten und dabei immer wieder andere Variationen zu kreieren, die oft leicht und beweglich wirken.

"Um so mehr ich schaffe, umso mehr fällt mir ein. Mir macht meine Arbeit viel Spaß", sagt er. Er arbeitet daher schon wieder in seinem Atelier in Lohausen an neuen Werken und wird auch seine rege Ausstellungstätigkeit in Deutschland und Europa fortsetzen. So ist im Oktober eine Schau in Herne geplant.

Quelle: RP
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