| 00.00 Uhr

Düsseldorf
Tops und Flops auf der Rheinkirmes

Düsseldorf. Tops

Die Stars auf der Kirmes

Der Auftritt der Toten Hosen war die Sensation des Kirmesjahrs - und ein unvergessliches Erlebnis für die Besucher. Dazu kam eine Schlagerparty, bei der mal kein Heino-Double zu hören war, sondern Heino. Und darüber hinaus auch noch Jürgen Drews. Wenn die Zeltwirte richtig etwas zu bieten haben, tut das dem gesamten Fest gut. Musikalisch war 2017 ein Top-Jahr, das so schnell nicht zu wiederholen sein wird.

Die entspannten Sicherheitskräfte

Es wird einem schon mulmig, wenn man am Eingang von einem Polizisten mit Maschinenpistole begrüßt wird. Aber auch die Kirmes muss mit der Sorge vor Terror leben. Zum Glück vergaß man das schnell. Fernab der Sperrungen hat die Polizei sich angenehm zurückgehalten. Die Präsenz war da, die Lage entspannt, und wenn man den Beamten auf ihrem Streifzug begegnet ist, gab es stets einen freundlichen Gruß. Danke dafür!

Der Standort des Kettenfliegers

Es ist kein leichtes Erbe, das das 80 Meter hohe Kettenkarussell "Condor" übernommen hat: Jener Standort an der Oberkasseler Brücke, der seit Jahrzehnten fest in Händen der Wasserbahn war, hätte Fluch oder Segen sein können. Am Ende war es Letzteres: Das Karussell war gut besucht, sah vor allem nachts toll aus, und die Schaulustigen auf der Brücke, die sonst immer auf Augenhöhe mit den Wasserbahnfahrern waren, haben nun einfach die Hälse gereckt. Eines darf aber nicht ungesagt bleiben: Die Wasserbahn fehlt trotzdem sehr.

Das französische Dorf

Noch schöner und heimeliger als Ende der 90er Jahre oder beim Revival im vergangenen Jahr ist das Arrangement im französischen Dorf im Schatten des Riesenrads ausgefallen. Dort finden nicht nur ältere Kirmesbesucher ein Plätzchen der Ruhe, sondern viele - zum Beispiel aus dem Brauchtum - einen Treffpunkt und eine Anlaufstelle. Nächstes Jahr wiederkommen!

Parken in Oberkassel

Das hat es so noch nie in Oberkassel gegeben: entspannt auf Parkplatzsuche gehen. Abgesehen vom Sonntag waren immer Plätze frei, selbst am späteren Abend. Ob es nun am neuen Verkehrskonzept lag, beispielsweise dass der Kaiser-Wilhelm -Ring nur eingeschränkt befahrbar war oder ob der OSD nicht jede Ausrede gelten ließ - egal. Weiter so.

Flops

Die Beschwerden nach dem Hosen-Konzert

Klar, das Spontankonzert der Toten Hosen führte zu Stau auf dem Festplatz, und Uerige-Wirt Michael Schnitzler hatte nicht Monate zuvor einen Antrag gestellt. Aber es war grandios. Und die öffentlichen Klagen von Schaustellern und Schützen im Nachhinein nutzen wirklich niemandem. Falls Schausteller während des Konzerts weniger verkauft haben, findet sich bestimmt eine rheinische Lösung. Der Werbeeffekt überwiegt bei weitem, und das sollten auch die anderen Kirmes-Beteiligten sehen. Völlig unnötig, dass Schützenchef Lothar Inden nun verkündet, das werde so nicht wieder stattfinden. Denn leider ist es wahr: Eine solche Überraschung wird es so bald nicht wieder geben.

8,50 Euro für eine Achterbahnfahrt

Ja, die Schausteller müssen auch Geld verdienen. Und ja, wir sind auch bereit, ein wenig über unsere Schmerzgrenze hinauszugehen. Kirmes ist ja schließlich Spaß. Aber 8,50 Euro für eine Fahrt mit der Olympia-Bahn geht doch über das hinaus, was wir bereit sind, zu zahlen. Das ist Preisrekord auf dem Festplatz. Klar, der Aufbau-Aufwand und die Unterhaltungskosten für das Stahlungetüm sind groß. Die sechs Euro für die ähnlich große Alpina-Bahn sehen wir daher ein. Aber noch 2,50 Euro mehr? Da tröstet der schönste Looping nicht.

Der Stau auf der Luegallee

Die Fahrt Richtung Innenstadt zog sich endlos. Jeden Tag. Sogar schon am Samstagmorgen vor 10 Uhr. Da reichte die Autoschlange, wie an allen Tagen, fast bis zum Barbarossaplatz. Grund war die Lkw-Sperre an der Oberkasseler Brücke. Vor der Zille wurde es einspurig, dann leichte Linkskurve und dann wieder nach rechts. Die Autofahrer waren vorab nicht informiert worden, so dass selbst die Anwohner von der (vernünftigen) Umleitung nichts wussten. Wie wäre es, nächstes Jahr schon hinter dem Belsenplatz die Ortsfremden auf die Kniebrücke zu lotsen?

Die Lautstärke auf der Kirmes

"Machmalauter" würden die Hosen sagen. Wir sagen: Mach mal leiser. Nämlich die grundsätzliche Lautstärke auf der Kirmes. Kirmesbesucher aus anderen Städten stellen immer wieder fest, dass Düsseldorf besonders laut ist. Es gibt kaum einen Ort, an dem man sein Gegenüber nicht anschreien muss, um sich zu verständigen. Etwas weniger Dezibel tun es sicher auch.

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Düsseldorf: Tops und Flops auf der Rheinkirmes


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.