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Düsseldorf
Tote Hose bei treuen Konzertfans

Düsseldorf. Seit Jahrzehnten hält Wolfgang Hütz den Toten Hosen die Treue. Doch von der jüngsten Ticket-Verkaufsaktion der Band ist er enttäuscht. Er erinnert sich sehnsüchtig an früher, als man noch ab 3 Uhr morgens für Konzertkarten anstand. Von Brigitte Pavetic

Das hatte sich Wolfgang Hütz wahrlich spaßiger vorgestellt: Der Kartenverkauf zu den beiden Konzerten der Punkrockband "Die Toten Hosen" am 29. und 30. Dezember ist in vollem Gange, aber dem Düsseldorfer ist die Vorfreude schon vollends vergangenen: "Ich bin inzwischen weit über 65 und muss sagen, dass der Verkauf aus meiner Sicht so Fan-unfreundlich durchgeführt wurde, wie es mir in meinem ganzen Leben noch nicht vorgekommen ist", lautet seine harsche Kritik, die er gegenüber unserer Redaktion äußert.

Beim Start des Online-Verkaufs soll es seinen Angaben zufolge schon ab 18 Uhr keinen oder nur bei schnellem Internet einen eingeschränkten Zugriff auf das Verkaufsportal gegeben haben. "Ich habe bislang keines der Konzerte in Düsseldorf verpasst, und nun das: Zwei Tage habe ich mindestens eine Stunde vor dem Rechner verbracht, hatte bereits Karten im Warenkorb, und während ich meine Kreditkartendaten eingegeben habe, war alles weg. Und das passierte mehrfach", sagt er traurig und wütend zugleich.

Nostalgie macht sich breit, wenn er an früher denkt: "Ich habe jahrelang bei anderen Konzerten morgens ab 3 Uhr Schlange gestanden, um Karten der Hosen zu kaufen. Seinerzeit gab es auch nur vier Karten je Person, damit möglichst viele Fans eine Chance bekamen. Dieses Mal konnten bis zu zehn Karten gekauft werden." Nunmehr würden Zocker und Schwarzhändler das Sagen haben, wer zum Konzert gehe - und das nicht zum Normalpreis, meint er.

Nachdem vor gut zwei Wochen der Vorverkauf für die Konzerte im Rahmen von "Laune der Natour" auf der Website der Band losging, war der Server schnell überlastet und alle Tickets weg. Ärgerlich für Hütz und viele andere treue Fans: "Die Ticket-Mafia freut sich schon auf heute Abend 18 Uhr", unkte ein Nutzer auf der Facebookseite unserer Redaktion. "Diesen Wahnsinn habe ich mittlerweile aufgegeben und gehe nicht mehr hin", kommentiert ein anderer Fan. "Die Tickets von gestern werden heute schon bei Ebay angeboten", lautet ein weiterer Kommentar.

Die Toten Hosen hatten direkt auf ihrer Facebookseite auf das "überwältigende Interesse" reagiert: "Zu Vorverkaufsbeginn hatten wir bis zu 2,5 Millionen Zugriffsversuche. Am nächsten Tag hat alles gut geklappt, aber viele Termine waren wieder in wenigen Minuten ausverkauft", schreibt die Band und versichert: "Unsere Konzertagentur wird sich bemühen, in Deutschland so weit wie möglich mit einstweiligen Verfügungen gegen überteuerte Anbieter vorzugehen." Trotz dieses Bemühens wird Wolfgang Hütz wohl nirgendwo mehr mit dabei sein. "Ne schöne Jrooß und auf Wiedersehen", zitiert er ein Lied der Hosen.

Quelle: RP
 
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