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Tour de France 2017
Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Tourstart in Düsseldorf

Tour de France 2017 in Düsseldorf: Fragen und Antworten
Oberbürgermeister Thomas Geisel ist ein Fan der Tour de France. FOTO: dpa, skm hpl
Düsseldorf. Die Tour de France 2017 startet in Düsseldorf. Das gab der Veranstalter Amaury Sport Organisation (ASO) bekannt. Was müssen Düsseldorfer jetzt wissen? Hier gibt es Antworten auf die zentralen Fragen.

1. Welche Strecke nimmt die Tour de France durch Düsseldorf?

Unsere Grafik zeigt, welche Strecke die Tour de France durch Düsseldorf nehmen könnte. Klicken Sie auf "Vergrößern", um die Grafik komplett sehen zu können. 

Die Grafik zeigt die mögliche Strecke der Tour de France durch Düsseldorf. FOTO: dpa-Infografik

2. Was ist bereits zum Ablauf bekannt?

Der Ablauf des Tourstarts sieht wie folgt aus: Am Donnerstag, 29. Juni 2017, werden offiziell die Mannschaften vorgestellt. Am Freitag folgt das offizielle Training der Teams, das in den vergangenen Jahren bereits ein Zuschauer-Magnet war. Am Samstag findet der Prolog als Einzelzeitfahren statt. Am Sonntag erfolgt zum Abschluss des Grand Départ der Start der zweiten Etappe. Weitere Details wird ASO am 14. Januar im Rahmen einer Pressekonferenz in Paris präsentieren.

3. Wie teuer wird das Spektakel für Düsseldorf?

Die Gesamtkosten werden laut Gutachtern von Deloitte auf 11,09 Millionen Euro prognostiziert, der Anteil der Stadt soll um die sechs Millionen liegen.

4. Wie viele Besucher werden erwartet?

Rund eine Million Besucher werden erwartet. Hinzu kommt ein Tross von rund 5000 Journalisten, Mitarbeiter der Veranstalter und Begleiter der Radsport-Teams.

5. Ist es das erste Mal in der Geschichte der Tour de France, dass der Grand Départ in Deutschland stattfindet?

Nein. 1965 gastierte das größte Radrennen der Welt in Köln, 1980 in Frankfurt/Main und 1987 in West-Berlin. Düsseldorf hatte bereits zweimal mit dem Tour-Gedanken gespielt: 2009 erhielt Monaco den Vorzug, 2010 zogen die Rheinländer zurück, weil es ihnen mit dem Doping im Radsport zu bunt wurde.

6. Die Tour de France ist doch eine Frankreich-Rundfahrt. Warum findet sie dann überhaupt in Düsseldorf statt?

Ursprünglich begann und endete die Tour de France in Paris, heute findet dort nur noch die Schlussetappe statt. Der Tour-Start findet seit 1951 nicht mehr in der französischen Hauptstadt statt. Damals begann die Rundfahrt in Metz im Nordosten Frankreichs. Regelmäßig aber beginnt die Tour auch im benachbarten Ausland. 2014 starteten die Fahrer in Yorkshire (Großbritannien), dieses Jahr in Utrecht. Im kommenden Jahr beginnt die Tour in Mont-Saint-Michel in der Normandie. Das Ziel der Rundfahrt ist weiterhin der Champs-Élysées mitten in Paris.

7. Hatten sich noch anderen Städte um den Tourstart beworben?

Nachdem Münster und das Saarland einen Rückzieher gemacht hatten, war Düsseldorf der einzige ernstzunehmende Kandidat.

8. Gibt es eine klare politische Mehrheit für den Tourstart?

Der Rat Düsseldorfs entschied sich Anfang November wegen der zu erwartenden hohen Kosten nur knapp mit 40:39 Stimmen dafür, sich um den Start der Frankreich-Rundfahrt zu bewerben.

9. Was sagen Befürworter?

Ein großer Befürworter der Tour ist Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD). "Der Grand Depart 2017 ist eine große Chance für Düsseldorf - für unser Stadtmarketing, die Sportstadt Düsseldorf und Düsseldorf als Fahrradstadt", sagte Geisel nach der Verkündung. Der dreifache Zeitfahr-Weltmeister Tony Martin freut sich darüber, dass Düsseldorf den Zuschlag erhalten hat. "Es ist ein schönes Signal", sagte er. NRW-Sportministerin Christina Kampmann (SPD) gratulierte Düsseldorf.

10. Was sagen Kritiker?

Kritiker befürchten, dass sich die Stadt mit den Kosten für den Tourstart übernehmen könnte. Geisel gibt sich zuversichtlich: "In den Vereinbarungen zwischen der Landeshauptstadt Düsseldorf und dem Tour-Veranstalter sind Regelungen vereinbart worden, die attraktive Grand-Départ-Sponsoringpakete für die örtliche Wirtschaft ermöglichen."

11. Welche sportlichen Wert hat der Tour-Start?

Der Tour-Start ist zumeist eher Schaulaufen als Radrennen. Beim Zeitfahren am Samstag, das vor dem "Grand Départ" am Sonntag stattfinden wird, werden sich die besonders schnellen Radrennfahrer miteinander messen. Die Spezialisten, allen voran die Kletterer, die in den französischen Bergen stark sind, werden in Düsseldorf vergebens nach Herausforderungen suchen. Auch einen Massensprint wird es vor dem Ziel nicht geben, weil beim Zeitfahren die Fahrer einzeln auf die Strecke gelassen werden. Entschieden ist nach dem ersten Tour-Wochenende noch nichts. Das gelbe Trikot wird dennoch an den Führenden in der Gesamtwertung verliehen.

(lsa)
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