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Zum vierten Mal in Deutschland
Die Tour de France startet 2017 in Düsseldorf

Tour de France kommt nach Düsseldorf
Düsseldorf. Jetzt ist es amtlich: Die Tour de France startet im Juni 2017 in Düsseldorf. Dies gab der Veranstalter ASO am Dienstag bekannt. Damit findet der Grand Depart zum vierten Mal in Deutschland statt. Die Stadt gab bereits Details zum Programm bekannt. 

Der Rat der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt hatte sich Anfang November wegen der zu erwartenden hohen Kosten knapp mit 40:39 Stimmen dafür entschieden, sich für den Start der Frankreich-Rundfahrt zu bewerben.  Dass auch die Stimmen der Republikaner- und AfD-Abgeordneten dabei waren, hatte einen Schatten auf das Projekt geworfen. Richtig groß wurde die Chance für Düsseldorf, nachdem London seine Tour-Pläne wegen der zu hohen Kosten verwarf. Über weitere Interessenten wurde nichts bekannt.

"Der Grand Depart 2017 ist eine große Chance für Düsseldorf - für unser Stadtmarketing, die Sportstadt Düsseldorf und Düsseldorf als Fahrradstadt", erklärte Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel nach der Verkündung. "Es ist aber auch eine große Chance für die Sportnation Deutschland, wenn das größte Sportereignis des Jahres 2017 in der Rheinmetropole Düsseldorf startet, zumal ich zuversichtlich bin, dass die gesamte Tour de France 2017 im deutschen Fernsehen zu sehen sein wird."

Tour de France - Das sagen unsere Leser zur Bewerbung

Walter Schneeloch gratulierte Düsseldorf. "Eine prima Entscheidung, Glückwunsch nach Düsseldorf. Die Tour de France ist ein Großereignis, ein echtes sportliches Highlight für NRW. Die Augen der Welt werden auf Düsseldorf gerichtet sein", sagte der Präsident des Landessportbundes Nordrhein-Westfalen und Vizepräsident des Deutschen Olympischen Sportbundes unserer Redaktion

Schneeloch sprach auch die Thematik Doping im Radsport an: "Das Dopingproblem begleitet den Radsport natürlich, hoffen wir, dass die Tour 2017 sauber abläuft." Der DOSB-Vizepräsident hob zudem den Stellenwert für Nordrhein-Westfalen hervor: "Jede Sportgroßveranstaltung hat für NRW und den Sport insgesamt eine wichtige Bedeutung – unabhängig der Frage, was die Veranstaltung kostet. Das kann ich nicht beurteilen, das ist Sache der Stadt Düsseldorf."  

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Der Ablauf für für den Grand Depart 2017 sieht wie folgt aus: Am Donnerstag, 29. Juni 2017, werden offiziell die Mannschaften vorgestellt. Am Freitag folgt das offizielle Training der Teams, das in den vergangenen Jahren bereits ein Zuschauer-Magnet war. Am Samstag findet der Prolog als Einzelzeitfahren statt. Am Sonntag erfolgt zum Abschluss des Grand Depart der Start der zweiten Etappe. Weitere Details wird ASO am 14. Januar im Rahmen einer Pressekonferenz in Paris präsentieren.

Die Chancen stehen auch gut, dass der Träger des ersten Gelben Trikots der "Großen Schleife" 2017 ein Deutscher sein wird. "Für mich als Sportler ist das ein Sechser im Lotto. Der Tour-Start seit längerer Zeit mal wieder in Deutschland, und dann auch noch mit einem Zeitfahren, was meine Paradedisziplin ist - besser geht's eigentlich nicht", sagte Tony Martin dem ARD-Hörfunk und sprach von einem "Meilenstein für den deutschen Radsport und seine Fans". Der Grand Depart in Düsseldorf werde "viel bewegen und auch noch mehr Fans wieder zum Radsport zurückholen".

Im Vorfeld hatte es im Düsseldorfer Rat eine Debatte um die Finanzierung des Sportevents gegeben. Die Gesamtkosten werden laut Gutachtern von Deloitte auf 11,09 Millionen Euro prognostiziert, der Anteil der Stadt soll um die sechs Millionen liegen. In diesem Punkt zeigt sich Geisel zuversichtlich:  "In den Vereinbarungen zwischen der Landeshauptstadt Düsseldorf und dem Tour-Veranstalter sind Regelungen vereinbart worden, die attraktive Grand Depart-Sponsoringpakete für die örtliche Wirtschaft ermöglichen", teilte der Oberbürgermeister am Dienstag mit. 

Bereits im Vorfeld hatten sich zahlreiche prominente Unterstützer aus Wirtschaft, Sport und Gesellschaft zu Wort gemeldet und die Bewerbung unterstützt. Dazu gehörten auch die deutschen Radrennprofis Martin, John Degenkolb, André Greipel, Marcel Kittel und Ruben Zepuntke.

In der 112-jährigen Geschichte der Tour findet damit zum vierten Mal der Grand Depart in Deutschland statt: 1965 gastierte das größte Radrennen der Welt in Köln, 1980 in Frankfurt/Main und 1987 in West-Berlin. Düsseldorf hatte bereits zweimal mit dem Tour-Gedanken gespielt: 2009 erhielt Monaco den Vorzug, 2010 zogen die Rheinländer zurück, weil es ihnen mit dem Doping im Radsport zu bunt wurde.

Gastspiele der Tour außerhalb Frankreichs haben Tradition. Der Start in Düsseldorf wird der 22. Tour-Start jenseits der Grenzen der Grande Nation sein.

(sid/isf)
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