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Düsseldorf
Trauercafé - typisches Düsseldorfer Ehrenamt

Düsseldorf. Bei einer Messe stellten Ehrenamtler ihre Arbeit vor und suchten Mitstreiter. Von Nicole Esch

Bei der Seelsorge-Woche konnten sich am Samstag in der Johannes-Kirche Interessierte über die Möglichkeiten eines Ehrenamtes informieren. Dem Leiter der Seelsorgefortbildung, Pfarrer Harald Bredt, geht es bei dem "Ehrenamtsmarkt" jedoch nicht um die Rekrutierung neuer Anwärter. Wichtiger ist ihm, dass die Menschen ins Gespräch kommen und sich kennenlernen. Natürlich freut es ihn, wenn sich jemand bei den rund 1000 Ehrenamtlern einreihen möchte.

Seit mehr als zehn Jahren treffen sich Trauernde einmal im Monat im Café Matthai des Pestalozzihauses an der Grafenberger Allee 186. Das Trauercafé möchte Betroffenen einen Ort bieten, an dem sie mit ihrer Trauer nicht allein sind. Die zwölf ehrenamtlichen Mitarbeiter versuchen eine schöne Atmosphäre zu schaffen, damit sich die Besucher wohlfühlen. Sie bieten selbst gebackenen Kuchen und Kaffee an, die an liebevoll gedeckten Tischen verzehrt werden. Es gibt die Möglichkeit zu Gruppen-, aber auch zu Einzelgesprächen. "Jeder kann kommen, muss aber nicht reden", erklärt Gemeindeschwester und Bürgermeisterin Klaudia Zepuntke.

Bei den Gesprächen geht es überwiegend um Tod und Verlust. Es wird viel geweint, aber die meisten fühlen sich hinterher besser. Eine Therapie oder Selbsterfahrungsgruppe können die Treffen zwar nicht ersetzen, aber sie helfen bei der Bewältigung. Damit die Ehrenamtler mit den Belastungen zurechtkommen, werden sie geschult. Trauerbegleiterin Astrid Bourquardez ist eher zufällig im Trauercafé gelandet. "Trauer ist ein Thema, das mich schon immer angesprochen hat", erzählt sie. Die 60-Jährige macht gerade die Ausbildung zur Seelsorgerin. "Das Trauercafé ist ein überzeugendes Angebot", erklärt die Buchhändlerin ihr Engagement. Ihr gefällt die Arbeit im Team. "Man ist nicht allein", beschreibt sie. Zusätzlich zu den Supervisionen setzen sich die Mitarbeiter nach jedem Treffen noch mal zusammen, um sich auszutauschen.

Quelle: RP
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