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Kommentar
Trauerspiel vor dem Theater

Es gibt eine traurige Nachricht: Der Gustaf-Gründgens-Platz wird den Namen Platz nie verdienen, denn er ist ein stadtplanerischer Fehlgriff der Nachkriegszeit. Er bleibt eine leere Fläche, dazu da, Raum zu sein und Blickfeld in Richtung Schauspielhaus.

Ihm fehlen, was gelungene Plätze auszeichnet, Begrenzung und Aufenthaltsqualität (Bäume müssen nicht sein, wie jede Italien-Rundfahrt zeigt). Nun wird der Gründgens-Platz durch Neubauten verkleinert, man gönnt ihm am Rand - wenigstens das - ein wenig Gastronomie. Manchmal wird es Feste oder Theater geben. Das war es, mehr geht nicht. Das Trauerspiel vor dem Schauspielhaus geht weiter. Nur Tabula rasa hätte das ändern können. Bauliche Konstruktionen am Dreischeibenhaus oder Pylone mit Schutzsegeln gegen die Fallwinde wären eine Alternative gewesen - diese Ideen sind mal kurz diskutiert, dann aber verworfen worden. Düsseldorf bekommt eine neue Innenstadt mit reichlich Superlativen, beim Gründgens-Platz wird man sich bescheiden müssen.

uwe-jens.ruhnau@rheinische-post.de

Quelle: RP
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