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Düsseldorf
Trebe-Café hilft seit 20 Jahren obdachlosen Mädchen

Düsseldorf. Alles begann vor 20 Jahren mit der Anmietung eines kleinen Ladenlokals in der Eintrachtstraße. Wohnungslose junge Mädchen, so erzählt es Diakonievorstand Adolf-Leopold Krebs, schlossen sich in den 1990er Jahren häufig der Düsseldorfer Punkerszene an, sie lebten lieber auf der Straße als nach den Regeln in einem Heim. "So entstand die Idee, dorthin zu gehen, wo die Mädchen sind. Wir wollten einen Ort schaffen, an dem sie Schutz und Unterstützung finden." Eröffnet werden konnte das Trebe-Café dank einer großzügigen Spende von Ute Huneke, die vier Jahre später mit einer weiteren Spende auch dafür sorgte, dass ein Umzug in größere Räumlichkeiten in der Kölner Straße möglich wurde. "Es hat mich damals sehr berührt, als ich vom Leidensweg dieser jungen Mädchen hörte, ich wollte helfen", sagt die 79-Jährige. Von Beate Werthschulte

Die meisten Mädchen und jungen Frauen, die auf der Straße leben, sind von zu Hause weggelaufen, weil sie geschlagen und sexuell missbraucht wurden, viele sind traumatisiert oder psychisch krank. Im Trebe-Café finden sie einen Ort, an dem sie zur Ruhe kommen, duschen, etwas essen können, die Mitarbeiterinnen hören ihnen zu und bieten Hilfe an. Beispielsweise gehen sie mit den Mädchen zu Ärzten und Behörden oder helfen bei der Suche nach einer Wohnung oder Ausbildungsstätte. "Meistens dauert es eine Weile, bis die Mädchen genügend Vertrauen gefasst haben und uns von ihren Problemen und Nöten erzählen", berichtet Marita Wenzel, Leiterin des Trebe-Cafés. Ganz wichtig sei es, die Mädchen ernst zu nehmen und respektvoll mit ihnen umzugehen. Nur dann, so Wenzel, könnten tragfähige Beziehungen entstehen, die oftmals auch später noch Bestand haben, wenn es den Mädchen gelungen ist, ihr Leben neu zu ordnen. Das haben übrigens in den vergangenen 20 Jahren mehr als 500 Mädchen mit Hilfe des Trebe-Cafés geschafft.

Um dafür zu sorgen, dass junge Mädchen ein Leben auf der Straße gar nicht erst beginnen, betreiben die Mitarbeiterinnen seit 2004 gezielte Präventionsarbeit. Sie gehen in Schulklassen oder Jugendgruppen und sprechen dort mit den Jugendlichen über ihre Sorgen und Probleme und helfen ihnen so beim Umgang mit Krisen.

Quelle: RP
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