| 00.00 Uhr

Peter Labouvie
Trotz halber Stelle weiter mit ganzer Kraft fürs Kobi

Düsseldorf. Der Schulleiter des Gymnasiums Koblenzer Straße wurde für das neue Schuljahr mit der Hälfte seiner Zeit ans Görres-Gymnasium abgeordnet.

Urdenbach Mit dem Beginn dieses Schuljahres tanzt Peter Labouvie, Schulleiter des Gymnasiums Koblenzer Straße, im sprichwörtlichen Sinne auf zwei Hochzeiten. Für zunächst ein Schuljahr ist der 64-Jährige zusätzlich ans Görres-Gymnasium abgeordnet, dort hatte kurz vor Schuljahresende Antonietta Zeoli das Handtuch geworfen.

Herr Labouvie, wann haben Sie davon erfahren, dass Sie im heute beginnenden Schuljahr zwei Schulen leiten werden?

Labouvie Kurz vor den Ferien. Da bis zum Ferienbeginn noch etwas Zeit war, habe ich diese genutzt, mit meiner langjährigen Vertreterin am Kobi, Astrid Willms, sowie den fünf erfahrenen Kollegen der erweiterten Schulleitung bereits Organisatorisches klären und delegieren zu können. So werde ich am Kobi künftig beispielsweise keine Teilkonferenzen mehr leiten.

Haben Sie eine Ahnung, warum die Bezirksregierung Sie ausgewählt hat?

Labouvie Ich bin mit meinen 64 Jahren inzwischen der dienstälteste Schulleiter eines Düsseldorfer Gymnasiums, das wird wohl den Ausschlag gegeben haben. In dieser Position hat man noch einmal eine besondere Verantwortung, die ich natürlich angenommen habe.

Das Görres-Gymnasium gilt als schwierig, weil zum einen die Elternschaft einen immensen Einfluss hat und zum anderen das Kollegium als - sagen wir es mal positiv - sehr selbstbewusst gilt. Wie gehen Sie Ihre neue Aufgabe an?

Labouvie Ich habe am Montag die erste Lehrerkonferenz im neuen Schuljahr geleitet und hatte vom Kollegium einen hervorragenden Eindruck. Ich werde unvoreingenommen an diese Aufgabe gehen; und ich freue mich auch auf diese Aufgabe. Wichtig ist es, dass wir mit dem Görres heute gut ins neue Schuljahr starten. Und das werden wir.

Könnte Ihr Engagement am Görres über das eine Schuljahr hinausgehen, wenn das nicht so schnell mit einer Neubesetzung klappt?

Labouvie Diese Frage kann ich Ihnen nicht beantworten.

Wie werden Sie sich zwischen den beiden Gymnasien aufteilen?

Labouvie Ich bin der Überzeugung, dass ich beide Aufgaben gut wahrnehmen kann und keine der beiden Schulen vernachlässigen werde.

Wie wird das künftig praktisch laufen?

Labouvie Ich werde montags und mittwochs am Görres sein, dienstags und donnerstags am Kobi. Den Freitag werde ich am Bedarf ausrichten.

Das hört sich nach ganz schön viel Fahrerei an.

Labouvie Nein, ich wohne fast genau in der Mitte der beiden Schulen.

So langsam naht bei Ihnen der Ruhestand. Denken Sie schon Ihren Abschied?

Labouvie Die vergangenen beiden Jahre sind gefühlt sehr schnell vergangen. Wenn ich, wenn es soweit ist, noch genau so fit bin wie heute, dann würde ich gerne über mein 66. Lebensjahr hinaus weitermachen. Aber das wird sich zeigen.

Herr Labouvie, Sie wirken wie jemand, der auch nach einer fast 40-jährigen Lehrtätigkeit von seinem Job nicht lassen kann. Vielleicht hilft Ihnen der neue zweigeteilte Job ja auch etwas beim Loslassen von ,Ihrem' Kobi.

Labouvie Da mögen Sie recht haben. Ich bin immerhin seit zehneinhalb Jahren hier Schulleiter. Für das Gymnasium haben wir zwei große Bauprojekte vor der Brust. Die habe ich in die Hände von Astrid Willms gelegt, die nun gewissermaßen als Bauleiterin fungieren wird. Die Fertigstellung des neuen naturwissenschaftlichen Trakts mit ein paar zusätzlichen Klassenräumen, der entlang der Theodor-Litt-Straße entstehen wird, und der 2017 oder 2018 fertig sein soll, werde ich vielleicht noch in meiner Funktion erleben. Vielleicht sogar auch den Neubau der Dreifachsporthalle auf dem alten Ascheplatz unserer Schule.

Auch für die Dreifachsporthalle am Kobi haben Sie ja all die Jahre gekämpft...

Labouvie Ich kann mich erinnern, dass wir 2007 einen Sport-Gipfel im Süden hatten, an dem viele Vertreter der Sportvereine teilgenommen haben, weil es hier zu wenig Sporthallen gibt. Geplant war die Halle schon für 2015. Und jetzt scheint sie ja auch wirklich zu kommen. Auch die Fertigstellung des neuen Traktes ist für uns immens wichtig. Wir werden ab dem Beginn des Schuljahres 2017/2018 fünfzügig sein. Und im Moment platzen wir schon vierzügig aus allen Nähten.

Was wird Ihnen fehlen?

Labouvie Bereits im neuen Schuljahr meine Lehrtätigkeit. Ich habe in den vergangenen Jahren immer noch ein paar Stunden Politik unterrichtet. Das schaffe ich aus Zeitgründen nicht mehr. Ich fand es immer sehr bereichernd, von den Schülern zu erfahren, was sie bewegt und wie sie denken. Im kommenden Jahr wird das Gymnasium Koblenzer Straße 50. Das werden wir am 30. September 2017 groß feiern - unter anderem mit einem Festakt. Und in der Organisation dafür werde ich weiterhin eng dabei sein.

ANDREA RÖHRIG FÜHRTE DAS GESPRÄCH.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Peter Labouvie: Trotz halber Stelle weiter mit ganzer Kraft fürs Kobi


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.