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Wehrhahn-Linie
U-Bahn: Tunnelbohrer geht in Betrieb

Wehrhahn-Linie: U-Bahn: Tunnelbohrer geht in Betrieb
Die Ehrengäste, Vertreter der katholischen und evangelischen Kirche sowie Tunnelpatin Astrid Elbers (dritte von rechts, mit Grubenlampe) im Startschacht für die neue U-Bahn-Linie. FOTO: RP, Werner Gabriel
Düsseldorf. Mehrere hundert Neugierige und zahlreiche Ehrengäste feierten gestern die Tunneltaufe für die künftige Wehrhahn-Linie. Passend zum Anlass lüftete die Stadt zwei Geheimnisse: die Tunnelpatin und den Namen für die riesige Bohrmaschine. Von Christian Herrendorf

Mit den Segenswünschen der Kirche und vielfachem "Glück auf" aus Bundes- und Landesregierung hat die Stadt gestern die Arbeiten am Tunnel der künftigen Wehrhahn-Linie eröffnet. Mehrere hundert Düsseldorfer blickten vom Bauzaun in den acht Meter tiefen Startschacht, als dort Tunnel und Bohrmaschine getauft wurden – christlich mit Weihwasser und weltlich mit einer Flasche Sekt. "Die Wehrhahn-Linie wird die Lebensqualität in Düsseldorf weiter erhöhen", sagte Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium.

Trotz aller Feststimmung bestimmten Fragen zum Pfusch am U-Bahn-Bau die Reden im Startschacht. "Die Sicherheit der Menschen steht über allem", sagte Oberbürgermeister Dirk Elbers. "Deshalb haben wir frühzeitig externe Bauingenieure hinzugezogen. Wir gehen heute davon aus, dass die Bauarbeiten problemlos fortgesetzt werden können." Kontrollen der Protokolle zu den bisherigen Bauarbeiten hatten in der vergangenen Woche in mindestens 27 Fällen Unregelmäßigkeiten ergeben. Diese betreffen die Schlitzwände an den künftigen Bahnhöfen der Wehrhahn-Linie.

"Land wird Stadt unterstützen"

Landesverkehrsminister Lutz Lienenkämper erklärte, dass die einzig richtige Reaktion auf die Vorkommnisse in Köln und Düsseldorf "rückhaltlose Aufklärung mit allen erforderlichen Sofortmaßnahmen" sein könne. "Die Landesregierung wird die Maßnahmen der Stadt noch einmal nachhaltig verstärken", sagte Lienenkämper. Damit werde die Wehrhahn-Linie zur am besten überwachten und kontrollierten Baumaßnahme.

Die Tunnelbohrung ist nach dem jetzigen Stand der Erkenntnisse nicht von den Manipulationen betroffen. Der Bohrer wird sich nun durch die zwei Meter dicke Betonwand im Startschacht graben und voraussichtlich ab Ende kommender Woche vollständig unter der Erde arbeiten. Pro Tag liegt die Maschine zehn bis zwölf Meter zurück, nach acht Monaten soll sie bis zum bereits vorhandenen Tunnel auf Höhe der Benrather Straße vorgedrungen sein. Ihre zweite Fahrt beginnt sie dann am Corneliusplatz am Ende der Königsallee und vollendet von dort aus die Strecke in Richtung Osten bis zum S-Bahnhof Wehrhahn. 2014 soll die neue U-Bahn fertig sein.

Mit der Tunneltaufe lüftete die Stadt gestern auch zwei Geheimnisse: Siegerin im Namenswettbewerb für den Bohrer ist die Düsseldorferin Irmela Engler. Ihr Vorschlag "Tuborine" (die weibliche Abkürzung für Tunnelbohrmaschine) setzte sich gegen rund 600 weitere Ideen durch. Zur Patin des Tunnels wurde die Frau des Düsseldorfer Oberbürgermeisters ernannt, Astrid Elbers. Die Röhre trägt nun ihren Namen.

Quelle: RP
 
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