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Düsseldorf
Über den Fußball Flüchtlinge integrieren

Düsseldorf: Über den Fußball Flüchtlinge integrieren
Bei der SG Benrath-Hassels ist Hatem eines der Kinder, die durch das Bündnis "Willkommen im Fußball" im Verein mitkicken. Die Flüchtlinge kommen aus Syrien, dem Irak, Afghanistan oder der Mongolei. FOTO: Andreas Bretz
Düsseldorf. Fortuna Düsseldorf, die SG Benrath-Hassels und die Flüchtlingsinitiative Stay arbeiten im Bündnis "Willkommen im Fußball" eng zusammen. Die jungen Menschen erhalten Kultur-, Bildungs-, Qualifizierungs- und Vernetzungsangebote. Von Hendrik Gaasterland

Hatem ist sieben Jahre alt und lebt seit ungefähr einem Jahr in Deutschland. Welche Route er mit seiner Familie bei der Flucht aus Syrien nahm, ist nicht bekannt. Zumindest ist zurückzuverfolgen, dass sein Vater wegen einer Schussverletzung in Aachen verarztet wurde und der Weg der Familie dann nach Düsseldorf führte. Wenn Hatem nicht zuhause ist oder in der Katholischen Grundschule Einsiedelstraße lernt, dann ist er meist auf der Anlage der SG Benrath-Hassels zu finden.

Der Verein, Fortuna Düsseldorf und die Flüchtlingsinitiative Stay sind Kooperationspartner im Bündnis "Willkommen im Fußball". Das Projekt bietet jungen Flüchtlingen zunächst über den Sport die Möglichkeit, sich in der fremden Umgebung in die Gesellschaft zu integrieren. Düsseldorf ist bundesweit das 24. Bündnis und Hatem gehört zu denjenigen, die davon profitieren. Der Siebenjährige nimmt zweimal in der Woche am F-Jugend-Training teil, bei dem es keine Berührungsängste gibt. Auch wenn Hatem noch wenig Deutsch versteht und spricht, ist er ein fester Bestandteil des Teams. "Fußball ist gelebte Integration, unabhängig von Herkunft, Hautfarbe und Religion", sagt Stefan Kiefer, Vorstandsvorsitzender der Stiftung der Deutschen Fußball Liga, die das Projekt fördert.

Der Sport kann den Geflüchteten ein Stück weit "normales" Leben zurückbringen, das Bündnis bietet aber mehr. Die jungen Menschen bis 27 Jahre erhalten zusätzlich Kultur-, Bildungs-, Qualifizierungs- und Vernetzungsangebote, so sind zum Beispiel Stadtführungen oder Museumsbesuche geplant. "Nach dem Willkommen wollen wir ihnen ein Ankommen in der Gesellschaft ermöglichen. Der Fußball besitzt eine solche Stahlkraft, um Missstände abzubauen und auf Probleme hinzuweisen", sagt Kiefer. Die Fortuna, die bereits seit 2015 in Eigenregie Trainingseinheiten für Flüchtlinge anbietet, engagiert sich gerne in dem Projekt. "Die Bundesliga und die Zweite Liga sind schließlich durch Zuwanderung zu dem geworden, was sie heute sind. Wir sind uns der gesellschaftlichen Verantwortung bewusst", sagt Paul Jäger vom Zweitligisten.

Bei der SG Benrath-Hassels ist Hatem eines von neun Kindern, die durch "Willkommen im Fußball" mitkicken. Sie kommen aus Syrien, dem Irak, Afghanistan oder der Mongolei. Udo Skalnik sagt: "Ich vermute, dass wir in Düsseldorf und in ganz Deutschland viele junge Menschen benötigen, um in Zukunft unseren Wohlstand beizubehalten. Dafür müssen sie schnell integriert sein, wobei wir helfen wollen", sagt das Vorstandsmitglied.

Quelle: RP
 
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