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Düsseldorf
Umstellung bei Firmenticket sorgt für Frustration

Düsseldorf. Beim Kaufhof an der Kö gibt es zurzeit bei vielen Mitarbeitern lange Gesichter. Wer auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen ist, muss im neuen Jahr viel mehr für die Anfahrt bezahlen. Eine Mitarbeiterin, die aus Solingen kommt, muss nun 109 statt wie bisher 59 Euro bezahlen. Ein Kollege, der in Wuppertal wohnt, muss fast 80 Euro mehr aufbringen. "Wir haben Kollegen, die überlegen, ob sie hier überhaupt weiter arbeiten können", sagt ein leitender Mitarbeiter des Kaufhofs. Hintergrund des Kostensprungs: Die Rheinbahn habe das Firmenticket gekündigt und verlange nun einen neuen Abschluss mit anderen Konditionen. Von Uwe-Jens Ruhnau

Dies ist tatsächlich der Fall. Laut Firmensprecher Georg Schumacher gab es bislang das Modell 100/100, bei dem eigentlich alle Mitarbeiter das Ticket 1000 abnehmen müssen. Es handele sich um ein stark rabattiertes Angebot, das tatsächlich doch nicht immer von der kompletten Belegschaft in Anspruch genommen worden sei. Die Rheinbahn habe deshalb für 2016 eine Umstellung vorgenommen. Es gibt mehr Tickets zur Auswahl - die Tickets 1000 und 2000, aber auch Young- oder Bärenticket sind möglich. Schumacher: "Der Rabatt liegt nun zwischen sechs und 12 Prozent, je nachdem, wie viel Verwaltungsarbeit uns das Unternehmen abnimmt."

Betroffen von der Umstellung sind laut Rheinbahn 250 Großkundenverträge und rund 1000 kleinere Unternehmen. Insgesamt geht es um 56.000 Tickets. Mit zahlreichen Firmen gibt es bereits Anschlussverträge. Ein Beispiel ist die Ergo-Versicherung, die der Rheinbahn viele Kunden bringt. Bei dem Konzern haben am Standort Düsseldorf knapp 2000 von 4520 Mitarbeitern das Firmenticket. Beim Ticket 1000, das eigentlich 63,30 Euro kostet, liegt der rabattierte Tarif aktuell bei 43,85 Euro. Im kommenden Jahr sind es 45,87 Euro, der Anstieg ist also moderat. Sprecherin Monika Stobrawe weist zudem darauf hin, dass die Ergo zusätzlich 15 Euro Öko-Zuschuss zahlt.

Die Rheinbahn ist auf die Firmenkunden angewiesen, baut aber die in ihren Augen zu großen Rabatte ab. Jüngst wurde bekannt, dass die Zahl der Fahrgäste erstmals seit Jahren stagniert, bei den Jahreskarten sinkt der Verkauf um 3,5 Prozent.

Quelle: RP
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