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Düsseldorf
Umwelt: Düsseldorfer helfen Afrikanern

Düsseldorf. Eine Gruppe, in der sich Katholiken und Protestanten engagieren, setzt nicht nur in der eigenen Gemeinde Projekte um. Die Christen zeigen Menschen auf Madagaskar, wie sie aus Gras Briketts pressen. Das rettet Bäume im Nationalpark. Von Maximilian Krone

Was vor 26 Jahren mit der Ansiedlung von Falken im Glockenturm der Thomaskirche in Mörsenbroich begann, ist inzwischen zu einem kleinen Programm des internationalen Umweltschutzes geworden. Die Fäden dieses Programms laufen in der ökumenischen Umweltgruppe der Gemeinde St. Franziskus-Xaverius zusammen.

Zur Wendezeit im Jahr 1990 fing die Gruppe an, sich für die Umwelt im Schatten des Kirchturms einzusetzen. Für viele galten die Aktivisten damals noch als Exoten, doch das änderte sich schnell. "Damals stellten wir uns bei Rot auf die Kreuzung des Mörsenbroicher Eis und verteilten Flugblätter, um auf den Schutz der Umwelt aufmerksam zu machen. Viele kurbelten damals noch schnell die Fenster hoch, doch bei einigen kam die Botschaft schon an", sagt Bernd Blaschke, der zu den Pionieren zählt. Der heutige 75-Jährige ist so etwas wie der Koordinator der Gruppe, die heute noch acht Mitglieder zählt.

Inzwischen stellen sich die engagierten Christen nicht mehr auf Straßenkreuzungen, sondern engagieren sich unter anderem in Afrika. Durch einige Zufälle und über Umwege hat sich über die Jahre eine enge Partnerschaft zu einem kleinen Dorf in Madagaskar entwickelt. So macht sich in diesem Jahr eine zehnköpfige Studentengruppe der Fachhochschulen Düsseldorf und Köln auf, um den Menschen beim Umweltschutz vor Ort zu helfen. Es ist bereits die zweite Reise dieser Art auf die Insel im Indischen Ozean. Beim ersten Mal war Blaschke noch selbst für rund sechs Wochen mit in das fast 9000 Kilometer entfernte Land geflogen. "In diesem Jahr fliegt die Gruppe ohne mich", sagt er. Was die Düsseldorfer jedoch mitnehmen, ist neben einem kleinen Solarmodul, eine selbstgebaute Presse, die aus Gras brennbare Briketts presst. Denn während die Einwohner des Dorfes von Gras zu viel haben, haben sie von Holz zu wenig, weshalb sie in ihrer Not Bäume eines nahegelegenen Nationalparks roden, um Feuer machen zu können. "Diese Presse ist Teil unseres Repair Cafés, das vor einigen Jahren aus der Umweltgruppe entstanden ist. Wir versuchen dort, alte Sachen zu reparieren", sagt Blaschke. Der Gedanke, der dahinter steckt, ist einfach: Was repariert wird, muss man nicht neu kaufen. Denn genau das sei nicht immer förderlich für die Umwelt.

Die Gruppe trifft sich regelmäßig in der Werkstatt an der Eugen-Richter-Straße. Wie lange sie das noch machen wird, ist ungewiss, denn aus drei Gemeinden wird 2019 eine. "Wir wissen nicht, was aus den Projekten wird, die wir über die Jahre hier umgesetzt haben, wozu auch die Solaranlage auf dem Dach zählt", sagt Blaschke. Aus diesem Grund sind bis auf weiteres erst einmal keine Projekte im Stadtteil geplant. Was aber in jedem Fall bleiben soll, ist das ambitionierte Projekt in Madagaskar.

Quelle: RP
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