| 19.30 Uhr

Tödlicher Unfall am Düsseldorfer Hellweg
Fahrer muss für 18 Monate ins Gefängnis

Düsseldorf: BMW und Taxi kollidieren – ein Toter
Düsseldorf: BMW und Taxi kollidieren – ein Toter FOTO: Krebs
Düsseldorf. Nach einem tödlichen Unfall am Hellweg in Düsseldorf, bei dem ein 29-Jähriger vor einem Jahr nachts mit seinem vollbesetzten Cabrio mit weit überhöhtem Tempo in ein entgegenkommendes Taxi gerast war, muss der Fahrer jetzt für 18 Monate in Haft. So entschied am Mittwoch das Amtsgericht. Von Wulf Kannegießer

Einer seiner Mitfahrer (26) auf dem Rücksitz wurde bei dem Unfall tödlich verletzt, ein zweiter Cabrio-Insasse (27) wurde ebenfalls aus dem Auto geschleudert und wird zeitlebens arbeitsunfähig bleiben. Mit dem Strafmaß folgte die Richterin dem Antrag des Staatsanwalts.

Saal 1.115 ist der größte des Amtsgerichts – und doch reichte der Platz nicht aus, um den rund 70 Zuschauern einen Sitz zu bieten. Und die Stimmung im Publikum, das aus dem Freundes- und Bekanntenkreis des Todesopfers und seiner Familie stammte, war aufgeheizt. Mehrfach musste die Richterin mahnen und mit Ordnungsgeldern drohen, um im Saal für Ruhe zu sorgen.

Der Angeklagte schien davon unbeeindruckt. Er ließ über seinen Anwalt erklären, die Todesfahrt sei nicht auf überhöhtes Tempo zurückzuführen, sondern auf die angeblich randalierenden Fahrgäste auf den Rücksitzen des BMW-Cabrios. Nach einer Feier habe er mit drei Kumpanen im Cabrio den Heimweg angetreten. Doch die beiden hinten sitzenden, angetrunkenen Mitfahrer hätten ihre Sicherheitsgurte gelöst, seien während der Fahrt aufgestanden, hätten zur lauten Musik "gejubelt". Ins Schleudern sei er mit dem Auto nur geraten, weil er sich nach ihnen umgedreht und sie zum "Hinsetzen" ermahnt habe: "Da habe ich die Kontrolle verloren."

Fakt ist: Damals war der Angeklagte mit mehr als Tempo hundert unterwegs, kam nach einer Kurvenkombination ins Schleudern, geriet auf die Gegenfahrbahn und stieß dort – noch immer rund 100 km/h schnell - frontal mit dem Taxi zusammen. Auch dessen Fahrer (55) und ein Fahrgast (25) wurden verletzt. Die Heckpassagiere wurden jedoch aus dem Cabrio hinausgeschleudert, ein 26-Jähriger starb noch vor Ort, ein 27-Jähriger wird nach Hirnblutungen und schweren psychomotorischen Störungen wohl zeitlebens arbeitsunfähig bleiben. "Er ist auf dem Stand eines Achtjährigen", sagte seine Mutter (49) am Mittwoch unter Tränen.

Die Richterin hielt dem Angeklagten zugute, dass das Todesopfer nicht angeschnallt war, dass er und sein Beifahrer (22) ebenfalls verletzt wurden und der Angeklagte die Todesfahrt im Kern gestanden hatte. Zu seinen Lasten wertete sie die "dramatischen Folgen" des Unfalls, dass der 29-Jährige zudem erheblich vorbestraft war (auch wegen Körperverletzung und eines Verkehrsdelikts) und dass er wegen einer Betrugstat noch unter Bewährung stand.

Im Ergebnis verlor er dafür jetzt den Führerschein und soll wegen der Todesfahrt für 18 Monate ins Gefängnis. Ohne jede neue Chance auf Bewährung.

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