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Düsseldorf
Unfallschwerpunkt Werstener Kreuz

Düsseldorf. Die Kreuzung auf dem Werstener Deckel ist in den Top Ten der Unfallschwerpunkte. Sie wird nun Thema in der Unfallkommission. Von Andrea Röhrig

Wenn die Polizei die Unfallzahlen für das Vorjahr vorlegt, fertigt sie immer auch eine Top Ten der Unfallschwerpunkte in Düsseldorf an. 2015 sind dabei auf den Plätzen neun und zehn zwei Stellen hinzugekommen, die 2014 noch an Platz 19 und 22 rangierten: die Ecke Corneliusstraße/Herzogstraße und das Werstener Kreuz. Dort krachte es 2015 jeweils 56 Mal. An den Unfällen am Werstener Kreuz seien oftmals Fußgänger beteiligt, die zur Haltestelle wollten, hieß es. Ein solcher Unfall ereignete sich auch am Abend des 20. Februar. Ein Elfjähriger querte an der Fußgängerfurt an der Ecke Werstener Straße bei Grün die Kölner Landstraße, um zur Haltestelle zu gelangen, wo die abfahrbereite Straßenbahn stand. Dabei wurde das Kind von einem von rechts kommenden Fahrzeug angefahren. Es konnte nach einer ambulanten Behandlung das Krankenhaus verlassen. Der Fahrzeugführer flüchtete. Bei der Polizei hat sich bislang kein Zeuge gemeldet.

Diesen Unfall nimmt man beim Amt für Verkehrsmanagement zum Anlass, in der Unfallkommission über Maßnahmen zur Entschärfung der Kreuzung zu beraten. Dort gibt es Fahrbeziehungen in Richtung Innenstadt und den Stadt-Süden. Es führen jeweils zwei Fahrstreifen von und auf die Autobahn 46 - und das in beide Richtungen. In der Mitte fahren mehrere Bahnen, einige geradeaus über die Kölner Landstraße - die U71 jedoch biegt aus Richtung Corneliusstraße kommend nach Süden ab und umgekehrt.

Bereits im Januar schrieb Marcel Tiemann die Stadt und die Polizei an. Sein Sohn geht in die Henri-Dunant-Grundschule am Rheindorfer Weg. Jeden Morgen müsse er mit zwölf weiteren Kindern im Alter zwischen sechs und neun Jahren das Werstener Kreuz queren, um zur Schule zu gelangen. Neben der Gemeinschaftsgrundschule liegt die Katholische Marienschule. Er und andere Eltern, so Tiemann, beobachteten immer wieder, dass Autofahrer sowie Linienbusse, die von der Autobahn auf der Geradesausspur Richtung Haltestellen kämen, bei Rot in die Kreuzung einführen - und wenn die Kinder grün hätten, über die Ampel rasten. Selbst für Erwachsene sei diese Kreuzung schwer zu überblicken, sagt der Werstener. Polizeidirektor Thomas Decken, seit September 2015 Leiter der Polizeiinspektion Süd, kennt die Kreuzung vom Pendeln zwischen Arbeitsplatz und Wohnort. Auch ihm fallen immer wieder Autofahrer auf, die eben noch in die Kreuzung einführen und diese blockierten.

Die Stadt hat die Leitung in der Unfallkommission, in der auch Vertreter von Polizei, Rheinbahn, Bezirksregierung und Landesbetrieb Straßen.NRW sitzen. Patric Stieler ist Abteilungsleiter im Bereich Verkehrstechnik und sitzt dem Gremium vor. Die Kreuzung sei bereits 2007 Unfall-Häufungsstelle gewesen, berichtet er und zählt typische Vergehen von Verkehrsteilnehmern auf: illegale Überfahrten zur A46 sowie Rotlichtverstöße. Vor allem der nördliche Bereich der Kreuzung an der Tankstelle sei auffällig.

Im Mai oder Juni tritt die Unfallkommission zusammen. Stieler will dort die Örtlichkeit zum Thema machen. Ansätze sind seiner Meinung nach eine Überprüfung der Ampelschaltungen in ihrem Verhältnis zueinander sowie die Überwachung von Rotlichtverstößen. Bauliche Veränderungen an dieser Stelle sind hingegen schwer hinzubekommen.

Quelle: RP
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