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Forschungsgegenstand
Uni-Tagung zu Harry Potter

Forschungsgegenstand: Uni-Tagung zu Harry Potter
Harry Potter (Daniel radcliff) ist als Film wie als Buch erfolgreich. FOTO: Warner Bros., AP
Düsseldorf. Bei einer Zugfahrt von Manchester nach London war Joanne K. Rowling der kleine Zauberlehrling damals quasi in den Kopf spaziert. Mittlerweile zählen die Harry-Potter-Bände zu den erfolgreichsten Büchern der Welt – und auch die Verfilmungen finden sich auf der Liste der Top-Blockbuster. Von Ananda Milz

Dass Harry Potter damit auch ein bedeutendes Kulturphänomen unserer Zeit und daher Gegenstand der Wissenschaft ist, greift derzeit die Heinrich-Heine-Universität in einem Seminar auf.

Programm im Filmmuseum

"Wir beleuchten mit den Studenten vor allem den Zusammenhang zwischen Texten und deren Umsetzung im Film", erklärt Tobias Kurwinkel, der mit Philipp Schmerheim vom Institut für Germanistik das Seminar für Germanistik- und Medienwissenschaftsstudenten anbietet. Vor allem in angelsächsischen Ländern sei der Zauberlehrling bereits seit längerem Forschungsgegenstand und zahlreich in Sekundärliteratur zu finden. "Zur Filmadaption von Kinder- und Jugendliteratur gibt es bislang hingegen sehr wenig Forschungsbeiträge", sagt Schmerheim.

Das will das Institut generell ändern, und so ist das Seminar "Harry Potter Intermedial" Bestandteil eines langfristig angelegten Lehr- und Forschungsprojekts, das im vergangenen Semester mit einem Seminar zu Literatur von Astrid Lindgren und deren Verfilmungen startete.

Damals konnte als Stargast "Pippi"-Darstellerin Inger Nilsson gewonnen werden – diesmal ist es Rufus Beck, der zur abschließenden Tagung des Uni-Seminars am Samstag, 3. Juli, nach Düsseldorf kommt. Der bekannte Schauspieler und Hörfunksprecher hat den deutschen Harry-Potter-Hörbüchern seine Stimme verliehen und wird im Düsseldorfer Filmmuseum ab 18 Uhr über seine Erfahrungen mit der Adaption der J. K. Rowlings Romane berichten.

"Der Bezug zur Praxis ist uns neben der analytisch-wissenschaftlichen Arbeit sehr wichtig", betonen die Seminarleiter. Generell bildet die Tagung von Freitag, 1., bis Sonntag, 4. Juli, im Filmmuseum den Höhepunkt des Seminars, zu dem auch ausdrücklich alle Interessierten außerhalb der Uni eingeladen sind. Gezeigt werden an drei Abenden (1., 19 Uhr, 2., 17 Uhr, und 4. Juli, 17 Uhr) nämlich jeweils ein Harry-Potter-Film in der Black Box. "Vor Beginn gibt eine kleine Einführung von externen Experten", sagt Kurwinkel.

Aber auch die Studenten werden ihre eigenen Forschungsbeiträge vorstellen und mit renommierten Kinder- und Jugendliteratur-Forschern sowie Filmwissenschaftlern die Diskussion suchen. Zu den Themen zählen etwa die Darstellung des Erwachsenwerdens der Hauptfiguren in Film und Buch oder der Einfluss von Blockbuster-Strategien auf die Filmadaption. Die besten Beiträge sollen in einem geplanten Sammelband veröffentlicht werden.

www.harrypotter.phil-fak.uni-duesseldorf.de

Quelle: RP
 
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