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Transplantation für syrischen Flüchtling
Uniklinik Düsseldorf wehrt sich gegen Vorwürfe

Transplantation für syrischen Flüchtling: Uniklinik Düsseldorf wehrt sich gegen Vorwürfe
Basel Houshan aus Syrien muss drei mal wöchentlich an die Dialyse. FOTO: Houshan
Düsseldorf. Die Uni-Klinik in Düsseldorf weist den Vorwurf zurück, sie lehne eine Nierentransplantation für den syrischen Flüchtling Basel Houshan ab. Der Grund für die Zurückweisung liege in der Rechtslage. Von Stefani Geilhausen und Tanja Karrasch

Ohne unbegrenzte Aufenthaltserlaubnis dürfen Flüchtlinge weder Organe spenden noch empfangen. Die Entscheidung liege nicht bei der behandelnden Klinik, sondern entspreche der Rechtslage, betont Uni-Klinik-Sprecher Stefan Dreising. "Wenn wir dürften, würden wir sofort die erforderlichen Schritte für ein Transplantationsverfahren einleiten." Derzeit prüfe die Rechtsabteilung der Klinik mit Hochdruck, ob es eine Möglichkeit dazu gibt.

Die Brüder des 22-jährigen Patienten, der dreimal wöchentlich zur Dialyse muss, sind bereit, ihm eine Niere zu spenden. Vor einer solchen Lebendspende muss ein Patient laut Transplantationsgesetz auf die Warteliste von Eurotransplant, um sicherzustellen, dass es keine andere Niere für ihn gibt. Doch darauf haben Flüchtlinge nach einem Beschluss der Bundesärztekammer keinen Anspruch. Und auch seinen gesunden Brüdern dürfte demnach keine Spenderniere entnommen werden.

Ohne unbegrenzte Aufenthaltserlaubnis keine Spende

Ohne unbegrenzte Aufenthaltserlaubnis dürfen Flüchtlinge beim Deutschen Roten Kreuz nicht einmal Blut spenden. Und selbst dann wird ihre Blutspende nur angenommen, wenn sie den deutschen Aufklärungsfragebogen ohne Dolmetscher verstehen können, sagte Susanne von Rabenau vom DRK-Blutspendedienst auf Anfrage.

Die DKMS macht keinen Unterschied nach Aufenthaltsstatus. Als Stammzellspender komme jeder gesunde Mensch zwischen 17 und 55 Jahren in Frage, der mindestens 18 Monate in Deutschland lebt und hier eine feste Adresse hat. Aufgeklärt wird bei der DKMS in Deutsch und Englisch, so eine Sprecherin.

 
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