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Düsseldorf
Uniklinik macht jetzt MRT-Aufnahmen in Echtzeit

Düsseldorf: Uniklinik macht jetzt MRT-Aufnahmen in Echtzeit
Die Medizinisch-Technische Assistentin Evelyn Radomski untersucht einen Patienten und sieht auf dem Monitor in Echtzeit dessen Herz. FOTO: Hans-Jürgen Bauer
Düsseldorf. Ganz ruhig liegt der herzkranke Junge im MRT-Gerät (Magnet-Resonanz-Tomograph) in der Kinderklinik des Universitätsklinikums. 60 Minuten lang soll er sich möglichst nicht bewegen, damit die Ergebnisse der Untersuchung möglichst genau ausfallen. Es scheint, als schlafe er - aber als er gebeten wird, nun einmal kurz die Luft anzuhalten, reagiert er sofort.

"Das Stillhalten über eine lange Zeit und das Anhalten der Luft stellen unsere kleinen Patienten oft vor Probleme", sagt Dirk Klee, Oberarzt der Kinderradiologie. "Doch das wird sich ab sofort ändern." Seine Abteilung hatte am Wochenende Kinderärzte und Radiologen eingeladen, um ein mit Unterstützung der Elterniniative Kinderkrebsklinik umgerüstetes MRT-Gerät vorzustellen. Gerald Antoch, Direktor des Institutes für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, erläuterte das Gerät, das die Landeshauptstadt zu einem der modernsten Standorte der Kinderradiologie in Deutschland macht: " Wir können jetzt Aufnahmen in Echtzeit machen. Das schafft uns völlig neue Diagnosemöglichkeiten." Zudem können auch immer mehr strahlungsfreie MRT-Untersuchungen anstelle von Röntgenuntersuchungen durchgeführt werden. Die Zahl der bislang pro Jahr durchgeführten Röntgenuntersuchungen in seinem Haus gab er mit 5000 an. 2800 Mal wurde bisher das MRT zu Rate gezogen.

Der Leiter der Kinderradiologie, Jörg Schaper, der die Initiative zu dem Projekt mit Oberarzt Klee gestartet hatte, verglich die Arbeitsweise eines MRT-Geräts mit der eines Daumenkinos: "So wie sich dort einzelne Bilder durch das Tempo zu einem Film zusammenfügen, arbeitet auch ein MRT. Bisher war das nur mit begrenzter Geschwindigkeit möglich. Dank modernster Computertechnik können wir das jetzt mit unserem Apparat in rasender Geschwindigkeit machen, so dass der Effekt von Echtzeit entsteht." Bei der Veranstaltung diente ein Kinder-Windrad, an dem mit Wasser gefüllte Ballons aufgehängt waren, zur Demonstration des Echtzeit-Effekts. Vergleichbares Live-Anschauen ist in der Uniklinik nun etwa bei Beobachtung des Herzschlags und von Gelenk-, Schluck- oder Darmbewegungen möglich.

(mjo)
 
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