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Düsseldorf-Süd
Urdenbach stimmt gegen Pfarr-Zusammenschluss

Düsseldorf-Süd: Urdenbach stimmt gegen Pfarr-Zusammenschluss
Hauptkirche der Gemeinden von Urdenbach und Garath hätte die Garather Bonhoeffer-Kirche sein sollen. FOTO: Anne Orthen
Düsseldorf-Süd. Das Presbyterium hat mit seiner Entscheidung in letzter Sekunde das Zusammengehen der fünf evangelischen Süd-Gemeinden verhindert. Derzeit ist unklar, wie es jetzt weiter geht. Von Andrea Röhrig und Birgit Wanninger

Mit einem Paukenschlag hat das Presbyterium der evangelischen Gemeinde in Urdenbach das Zusammengehen der fünf Kirchengemeinden im Stadt-Süden auf der Zielgeraden zum Scheitern gebracht. In der Sitzung des Urdenbacher Presbyteriums vergangenen Freitag hatte es in der Abstimmung nicht die erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit für diesen Schritt gegeben. Aus Teilnehmerkreisen heißt es, dass eine Stimme gefehlt habe.

Gestern Mittag haben sich die Pfarrer der fünf Gemeinden getroffen, um darüber zu sprechen, wie es jetzt weiter geht. Denn eigentlich hatte die Gesamtkirchengemeinde Düsseldorf-Süd zum 1. Januar an den Start gehen sollen. Im Vordergrund steht bei diesem Modell das Zusammenlegen von Verwaltungsaufgaben", erläutert Ulrich Erker-Sonnabend, Sprecher des evangelischen Kirchenkreises: "Die Gemeindemitglieder hätten von den Zusammenschluss nichts mitbekommen. Alle Stellen wären erhalten worden."

Hätte der Kirchenkreis Personal abbauen wollen, hätte er kurzerhand keine Freigabe für die Wiederbesetzung der offenen Pfarrstellen in Wersten und Hassels geben können. Das ist in beiden Fällen in diesem Jahr geschehen (Christian Nell-Wunsch in Wersten und Christoph Brede in Hassels).

In drei Bereiche hätte die Süd-Gemeinde, die dann 20.000 Gemeindemitglieder gezählt hätte, unterteilt werden sollen: in Wersten, Itter, Himmelgeist und Holthausen sowie in Benrath, Hassels und Reisholz und zuguterletzt wären Urdenbach und Garath eng miteinander verbunden gewesen. Urdenbach war das letzte Gremium, das den Zusammenschluss hätte absegnen sollen. Dem Grundsatzbeschluss hatte das Presbyterium zugestimmt.

Hintergrund der Bestrebungen für die Zusammenlegungen von Gemeinden ist der Mitgliederschwund. Mit ihrem Projekt "Zukunft Kirche", das seit 2012 läuft, wollte der Kirchenkreis in Düsseldorf seine Gemeindezahl von 19 reduzieren, um Kosten zu sparen. Zum 1. Januar fusionieren die Lukaskirchengemeinde in Lierenfeld und die Kirchengemeinde Eller zur Mirjam-Kirchengemeinde.

Während die einen in den Prozess involvierten Personen entsetzt über den Ausgang der Abstimmung sind, herrscht bei den Gegner Freude über das am Ende überraschende Ergebnis. Denn vor allem in Urdenbach gibt es zahlreiche Gegner der Fusion. "Ergebnisse, die man sich wünscht, kann man nicht erzwingen", heißt es. Dabei geht es in erster Linie darum, dass man nicht mit Garath gehen wolle. Allerdings wird das nur hinter vorgehaltener Hand ausgesprochen. Ein weiteres Argument: "Wir sind eine traditionsreiche Kirche", in diesem Jahr feierte die Urdenbacher Gemeinde ihr 400-jähriges Bestehen, während die Garather Gemeinde gerademal etwas mehr als 50 Jahre alt ist. Doch es geht nicht nur um das Geschichtsbewusstsein, sondern auch um den finanziellen Aspekt. Denn das alteingesessene Urdenbach ist eine finanziell noch recht gut situierte Kirchengemeinde, was man von Garath nicht behaupten kann. Außerdem sei dort der Mitgliederschwund stärker, heißt es weiter.

Martin Fricke ist Pfarrer am Annette-Gymnasium und theologisches Mitglied des Kirchenkreissynodalvorstandes. In dieser Funktion hat er den Prozess begleitet: "Das Urdenbacher Presbyterium hat sich aufgrund technischer Fragen nicht mit der erforderlichen Mehrheit für den Zusammenschluss ausgesprochen." Das sei seiner Kenntnis nach keine Entscheidung gegen Garath gewesen. Jetzt, so Fricke, müsse neu überlegt und die für den Februar anberaumtem Wahlen für ein gemeinsames Presbyterium gestoppt werden.

Den Ausschlag für die Entscheidung soll dem Vernehmen nach der Vorsitzende des Presbyteriums, Pfarrer Mathias Köhler, gegeben haben, der gestern telefonisch nicht erreichbar war.

Quelle: RP
 
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