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Düsseldorf
Ursache für Keim auf Frühchen-Station weiter unbekannt

So gefährlich sind Klinikkeime
So gefährlich sind Klinikkeime FOTO: dapd
Düsseldorf. Das Florence-Nightingale-Krankenhaus in Düsseldorf hat bislang noch nicht die Ursache für die Verbreitung eines Antibiotika-resistenten Darmkeims auf der Kinder-Intensivstation gefunden. "Wir haben keine neuen Erkenntnisse", sagte eine Sprecherin des Krankenhauses am Mittwoch.

Anfang März war auf der Station eine Häufung des VRE-Keims festgestellt worden. Bei insgesamt 13 Frühgeborenen war der Darmkeim nachgewiesen worden. Zwei sehr früh geborene Babys starben, wobei die Klinik einen Zusammenhang der Todesfälle mit dem Keim ausgeschlossen hat. Fünf Frühchen werden noch in der Klinik behandelt. Seit gut einer Woche gibt es keinen neuen VRE-Nachweis auf der Frühgeborenen-Intensivstation.

Anfang der nächsten Woche lägen wahrscheinlich die Ergebnisse weiterer Untersuchungen vor, sagte eine Sprecherin. Vancomycin-resistene Enterokokken (VRE) können nach Angaben der Ärzte mit zwei bis drei Medikamenten bekämpft werden. Das Immunsystem von viel zu früh geboren Kindern ist noch nicht ausgebildet, deshalb können auch normalerweise harmlose Keime lebensbedrohend sein.

Betroffene Eltern hatten der Klinikleitung einen nachlässigen Umgang mit Hygienemaßnahmen vorgeworfen. Sie seien anfänglich nicht umfassend über die Vorfälle informiert worden. Stattdessen habe man versucht, die Fälle zu verheimlichen, so der Vorwurf.

Nachdem man bei einem Baby eine VRE-Infektion festgestellt habe, habe man alle Babys auf der Station untersucht und so das Ausmaß erkannt, erklärte die Klinik. Daraufhin seien alle betroffenen Babys isoliert worden, um eine Ausbreitung zu verhindern. Alle betroffenen Eltern habe man über die Vorfälle informiert, sagte der Leitende Oberarzt der Station Martin Berghäuser. Nach der Entdeckung des VRE-Keims sei die Station zeitweise für Neuaufnahmen geschlossen worden. Die Mitarbeiter der Station seien einer zusätzlichen Hygieneschulung unterzogen worden. Auch das Gesundheitsamt habe man über die Fälle informiert.

(dpa/semi)
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