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Düsseldorf
Vallourec baut 200 weitere Stellen ab

Düsseldorf. 600 Stellen wurden bereits in der Produktion geschlossen. Jetzt fallen Jobs in der Verwaltung in Rath, Reisholz und Mülheim weg. Von Thorsten Breitkopf

Die weltweite Krise der Stahlindustrie ergreift wieder ein Düsseldorfer Industrieunternehmen. Der deutsch-französische Stahlrohrhersteller Vallourec (früher Mannesmann) baut in größerem Umfang Stellen ab. In den deutschen Werken sollen 200 weitere Stellen wegfallen, sagte Vallourec-Deutschlandchef Norbert Keusen gestern im Interview mit unserer Redaktion. Betroffen sind Mitarbeiter an den Werken in den Düsseldorfer Stadtteilen Rath und Reisholz sowie in Mülheim an der Ruhr. Der größte Teil der Mitarbeiter arbeitet in der Verwaltung, außerdem wird der Bereich für das Gewindeschneiden in Mülheim nicht fortgeführt. "Betriebsbedingte Kündigungen schließen wir aber aus", sagte Keusen. Die Stellen sollen sozialverträglich, durch Altersteilzeitregelungen und Flukuation umgesetzt werden.

Bereits im vergangenen Jahr hatte Vallourec umfangreich Stellen auch in Düsseldorf abgebaut. 600 Jobs fallen dadurch in den kommenden Jahren weg. Laut Keusen haben die betroffenen 600 Mitarbeiter bereits entsprechende Verträge unterschrieben, etwa ein Drittel der Beschäftigten haben das Unternehmen bereits verlassen. Die weiteren 200 Stellen sollen bis 2018 abgebaut werden. Noch stehen die Verhandlungen mit den Betriebsräten aus. Gestern sind nach Informationen unserer Redaktion die Betriebsratsvorsitzenden der Werke in Düsseldorf und Mülheim in die Konzernzentrale nach Paris geflogen. Fest steht aber bereits, dass keines der Werke in Deutschland oder Frankreich geschlossen wird.

"Wir bewegen uns in einem extrem schwierigen Marktumfeld", sagt Keusen zur Begründung. Der Markt für Stahlrohre sei geprägt von enormen Überkapazitäten weltweit. Der Markt für nahtlose Rohre sei eingebrochen. Der andauernd niedrige Ölpreis erschwere die Situation ebenso wie die wachsende Konkurrenz aus China und Osteuropa. Diese Lage habe erhebliche Auswirkungen auf die Auftragsbücher von Vallourec. Daher will der Konzern die Kapazitäten zur Fertigung von Stahlrohren in Europa nicht wie geplant um ein Drittel, sondern um 50 Prozent reduzieren.

Auch international plant Vallourec jetzt einen Strategiewechsel. So ist an der Börse eine Kapitalerhöhung um mindestens eine Milliarde Euro geplant. Die Anteile an dem chinesischen Rohrhersteller Tianda Oil Pipe werden von knapp 20 auf dann 70 Prozent erhöht. Künftig gibt es in Europa nur noch je ein Werk für den jeweiligen Rohrdurchmesser. Die Warmwalzaktivitäten sollen in Deutschland, die weitere Bearbeitung in Frankreich konzentriert werden.

Die Zahl der industriellen Arbeitsplätze ist in Düsseldorf seit Jahren sinkend. Im letzten Jahrzehnt wurde die Zahl der Stellen um 13.000 reduziert, was aus Zahlen der IHK Düsseldorf hervorgeht.

Quelle: RP
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