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Düsseldorf
Vater verreist mit Tochter gegen Willen der Mutter

Düsseldorf. Weil er eigenmächtig mit seiner Tochter (13) in den Irak gereist war und sie dort dann monatelang bei Verwandten untergebracht hatte, muss ein 47-jähriger Bauingenieur jetzt 1000 Euro zahlen. So ging gestern beim Amtsgericht sein Prozess wegen einer "Entziehung Minderjähriger" zu Ende.

Angezeigt hatte ihn die Mutter des gemeinsamen Kindes, von der er inzwischen geschieden ist. Doch Ende 2015 hatte der Vater das Kind nicht nur nach Köln gebracht, wie es mit der Mutter verabredet gewesen sein soll, sondern hatte die 13-Jährige angeblich unter Verletzung des gemeinsamen Sorgerechts über Amsterdam direkt in den Irak gebracht. Erst Mitte Juli 2016, also mehr als sieben Monate später, kehrte die Tochter von ihrem Aufenthalt bei irakischen Verwandten dann doch wieder an den Rhein zurück. Was von diesem mehrmonatigen Auslandsaufenthalt abgesprochen war mit der Mutter des Kindes und was nicht - darüber gingen die Ansichten des inzwischen geschiedenen Elternpaares nun auseinander.

Nach Anhörung der Mutter hat das Amtsgericht das Strafverfahren gegen den Vater allerdings eingestellt - gegen eine Zahlungsauflage von 1000 Euro. Immerhin hatte seine Ex-Frau im Zeugenstand auch deutlich gemacht, dass sie auf einer Bestrafung des Kindesvaters wegen der Irak-Reise mit seiner Tochter jetzt keinen Wert mehr legt.

(wuk)
 
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